Mehrkosten in Millionenhöhe: Das plant Koblenz bei der Ganztagsbetreuung für Grundschüler

Auf Koblenz kommen Mehrkosten in Millionenhöhe durch die geplante ganztägige Betreuung und Förderung von Kindern im Grundschulalter zu.

Mehrkosten in Millionenhöhe: Das plant Koblenz bei der Ganztagsbetreuung für Grundschüler

Nach dem vom Bund verabschiedeten Gesetz haben alle Kinder der ersten Klassenstufe ab dem Beginn des neuen Schuljahres Anspruch auf ganztägige Betreuung, Bildung und Förderung. In den folgenden Jahren gilt das schrittweise auch für Grundschüler der Klassen 2 bis 4. Ab dem Schuljahr 2029/2030 soll die Ganztagsbetreuung im Umfang von acht Zeitstunden (8 bis 16 Uhr) an fünf Tagen in der Woche für alle Grundschüler gelten – und zwar auch in den Ferien.

Für Koblenz bringt das neue Gesetz einen erheblichen Mehraufwand. Bisher sind nur zehn der 25 Grundschulen der Stadt als Ganztagsschulen ausgebaut, heißt es in einer Vorlage für den Stadtrat. Sie bieten die erforderliche Betreuung aber bisher nur von montags bis donnerstags jeweils von 8 bis 16 Uhr. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass bis zum Schuljahr 2029/2030 ganztägige Betreuungsmöglichkeiten für 2400 Schüler erforderlich sein werden.

2320 Betreuungsplätzen ab 2029/2030

Dazu soll an den schon vorhandenen Ganztagsschulen auch freitags die Betreuung ermöglicht werden. An zehn weiteren Grundschulen wird die Betreuung an Werktagen bis 16 Uhr eingeführt. Außerdem gibt es Angebote von freien Trägern an fünf Grundschulen, die ausgebaut werden sollen. In der Ferienzeit rechnet die Stadt ab 2029/2030 zudem mit einem Bedarf von 2320 Betreuungsplätzen.

Für die zusätzliche Aufgaben fehlt es aber an vielen Schulen an Platz. Die räumlichen Kapazitäten seien „größtenteils ausgeschöpft“, schreibt die Verwaltung. Deshalb sollen die Grundschulen am Löwentor auf der Karthause, Moselweiß und Wallersheim ausgebaut werden.

Die Stadt rechnet mit Kosten von 6,2 Millionen Euro. Zwar fördert das Land die Baumaßnahmen, aber bei der Stadt bleiben 2,7 Millionen Euro hängen. Dazu kommen 587.000 Euro jährlich ab dem Schuljahr 2026/2027 für Personal und Dienstleister sowie 100.000 Euro zusätzlich für die Mittagessen der betreuten Grundschüler. Bisher erhebt die Stadt dafür einen Elternbeitrag von 53 Euro im Monat. Da die Mittagsverpflegung künftig auch freitags angeboten wird, soll der Elternbeitrag auf 66 Euro pro Kind und Monat steigen.