Das IT-Unternehmen Materna Information & Communications SE hat am Montag seinen neuen Standort in Koblenz offiziell eröffnet. Wie die Firma mitteilt, will sie damit die Zusammenarbeit mit wichtigen Auftraggebern wie der Bundeswehr und der öffentlichen Verwaltung ausbauen und Digitalisierungsprojekte direkt vor Ort begleiten.
„Die sicherheitspolitische Zeitenwende ist auch eine digitale Aufgabe“, erklärte Michael Hagedorn, CEO der Materna Group, bei der Eröffnung. Die Handlungsfähigkeit des Staates entstehe heute durch digitale Architekturen und verlässliche Daten. Materna investiere gezielt in diese Fähigkeiten, um Lösungen zu schaffen, die auch unter Belastung zuverlässig funktionieren.
Lösungen für Bundeswehr und Verwaltung
Künftig werden 23 Mitarbeitende in Koblenz an Lösungen für sicherheitsrelevante Bereiche arbeiten. Dazu gehören laut Unternehmen die Entwicklung von Lagebildern aus verschiedenen Datenquellen, die Einrichtung geschützter Kommunikationswege sowie die Erstellung digitaler Systeme für Führungs- und Logistikprozesse. Diese sollen Transparenz über Ressourcen und Infrastruktur schaffen, um schnelle und koordinierte Entscheidungen zu ermöglichen.
Die Entscheidung für Koblenz sei bewusst gefallen, da die Nähe zu zentralen Einrichtungen der Bundeswehr und Verwaltung kurze Wege für die Zusammenarbeit schaffe. Ulrich Bötzel, der als Senior Vice President den Bereich Defence verantwortet, wird seine Aktivitäten künftig auch von Koblenz aus steuern. „Koblenz steht für operative Verantwortung. Wir entwickeln hier Lösungen, die auch unter Krisenbedingungen funktionieren“, betonte Bötzel.
Digitale Souveränität als Ziel
Auch Generalmajor a. D. Dr. Michael Färber hob in seiner Rede die Bedeutung digitaler Systeme für die Sicherheitspolitik hervor. „Die Digitalisierung sicherheitsrelevanter Strukturen wird zunehmend zur Grundlage digitaler Souveränität“, sagte Färber. Es sei notwendig, Systeme zu schaffen, die belastbar sind und reibungslos zusammenarbeiten.
Die Materna-Gruppe ist ein international tätiges Familienunternehmen mit rund 4.500 Mitarbeitenden. Im Jahr 2025 erzielte die Firma nach eigenen Angaben einen vorläufigen Umsatz von 793 Millionen Euro und ist auf Digitalisierungsprojekte für Konzerne, Mittelstand und die öffentliche Verwaltung spezialisiert.