Die Stadt Koblenz plant den Bau eines neuen, bahnparallelen Wegs für den Rad- und Fußverkehr im Stadtteil Rauental. Die Strecke soll eine sichere und grüne Alternative zur vielbefahrenen Koblenzer Straße bieten. Wie aus einer Beschlussvorlage für den Stadtrat hervorgeht, ist die Maßnahme Teil des Gesamtprojekts „Radbrücke plus“.
Der geplante Weg ist ein wichtiges Puzzleteil für das Koblenzer Radwegenetz und dient als Teil der Ost-West-Radroute. Er soll auf Rauentaler Seite an die bereits beschlossene neue Brücke nach Goldgrube anschließen (Merkurist berichtete) und eine durchgehende Verbindung vom Heiligenweg im Westen bis zur Behringstraße im Osten schaffen.
Zukünftig soll über den Weg auch der Bahnhaltepunkt „Verwaltungszentrum“ erreichbar sein. Geplant sind zudem mehrere Querverbindungen zur Koblenzer Straße, die umliegende Ziele wie das Verwaltungszentrum, Geschäfte und das städtische Klinikum Kemperhof anbinden. Um einen direkten Zugang zu ermöglichen, soll auf Höhe des Aldi-Marktes an der Moselweißer Straße eine Öffnung geschaffen werden.
Breiter Weg mit adaptiver Beleuchtung
Der kombinierte Geh- und Radweg wird auf einer Breite von 3,50 Metern angelegt, um eine konfliktfreie Nutzung zu ermöglichen. Laut Stadtverwaltung erhöht die Lage abseits des Autoverkehrs die Sicherheit und schützt vor Lärm und Staub. Eine durchgehend adaptive Beleuchtung soll den Weg auch bei Dunkelheit sicher machen.
Eine Besonderheit der Planung betrifft den Tierschutz. Da der Weg durch Lebensräume von Mauereidechsen und Schlingnattern führt, sind spezielle Schutzanlagen vorgesehen. Kleine Durchlässe unter dem Weg sollen den Reptilien eine sichere Querung ermöglichen, während eine spezielle Leitwand verhindert, dass die Tiere auf die Fahrbahn klettern.
Kosten von 2,3 Millionen Euro
Die Gesamtkosten für den Bau des Weges belaufen sich auf rund 2,3 Millionen Euro. Darin sind neben den Bau- und Planungskosten auch die Ausgaben für die Beleuchtung und die Reptilienschutzmaßnahmen enthalten. Die Finanzierung ist laut Vorlage durch Bundes- und Landesmittel gesichert.
Die Stadt erhofft sich von der Maßnahme eine Steigerung der Attraktivität des Rad- und Fußverkehrs. Indem mehr Menschen vom Auto auf das Fahrrad oder zu Fuß umsteigen, soll das Projekt einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die CO₂-Emissionen reduzieren. Über den Bau entscheidet der Koblenzer Stadtrat am 12. November.