Das Polizeipräsidium Koblenz hat am Dienstag die Verkehrsunfallbilanz für das vergangene Jahr vorgelegt. Die Statistik für das nördliche Rheinland-Pfalz zeigt eine zwiespältige Entwicklung: Während die Gesamtzahl der Unfälle erfreulicherweise sank, gab es einen gegenläufigen Trend bei den Personenschäden.
Insgesamt nahm die Polizei 44.101 Verkehrsunfälle auf. Dabei wurden 5.866 Menschen verletzt oder getötet, was einem Anstieg von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders alarmierend ist die Zunahme bei den Schwerverletzten: Ihre Zahl stieg um 10,9 Prozent auf 914 Personen. Die Zahl der Verkehrstoten sank hingegen leicht um drei Personen auf 47.
Senioren und junge Fahrer bleiben Risikogruppen
Besondere Sorge bereiten den Beamten weiterhin bestimmte Risikogruppen. So erreichte die Unfallbeteiligung von Senioren über 65 Jahren mit 9.581 Fällen einen neuen Höchststand. In jeden fünften Unfall mit Personenschaden war damit ein älterer Mensch verwickelt. Auch bei jungen Fahrern zwischen 18 und 24 Jahren stieg die Zahl der Unfälle mit Personenschäden um 5,1 Prozent, obwohl sie insgesamt an weniger Unfällen beteiligt waren.
Einen spürbaren Anstieg verzeichnet die Polizei auch bei Unfällen mit Kindern. Die Zahl stieg auf 295 Fälle, wobei besonders die Zahl der Schulwegunfälle mit verletzten Kindern um über 30 Prozent zunahm. Positiv ist jedoch, dass 2025 kein Kind im Straßenverkehr tödlich verunglückte.
Anstieg bei Unfällen mit Zweirädern
Ein deutlicher Anstieg ist bei Unfällen mit Zweirädern zu beobachten. Die Zahl der Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs kletterte auf 989, die mit E-Scootern auf 211 und die mit motorisierten Zweirädern auf 995. Bei Motorradunfällen war in den meisten Fällen nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptursache. Da Zweiradfahrer kaum über Schutzsysteme verfügen, ist der Anteil der Unfälle mit Verletzten hier besonders hoch.
Während die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss leicht zurückging, endeten vier davon tödlich. Polizeipräsident Süs betonte, die leicht rückläufigen Gesamtzahlen dürften nicht zur Entwarnung führen. Man setze weiterhin auf Prävention, Kontrollen und Aufklärung. „Jeder Verkehrstote und jede schwere Verletzung sind eine zu viel“, so der Polizeipräsident.
Die komplette Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Koblenz gibt es hier.