Eine neue Regelung sollte eigentlich für mehr Fairness an den Zapfsäulen sorgen, doch die erhoffte Entlastung für Autofahrer bleibt aus. Das teilt der ADAC Mittelrhein mit. Seit vergangenem Mittwoch dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags erhöhen.
Beobachtungen des Automobilclubs zeigen, dass die Preise stattdessen pünktlich zur Mittagszeit deutlich anziehen. So sei der bundesweite Dieselpreis am Donnerstag innerhalb von nur 30 Minuten von 2,297 Euro auf 2,415 Euro pro Liter gestiegen. Auch Super E10 habe sich spürbar verteuert.
ADAC sieht unerwünschte Nebenwirkung
ADAC-Sprecher Mirco Hillmann sieht darin eine unerwünschte Nebenwirkung der neuen Regel. Mineralölkonzerne könnten Unsicherheiten, wie etwa steigende Ölpreise, nun vorsorglich einpreisen. Die geringere Flexibilität führe somit eher zu höheren als zu niedrigeren Preisen.
Bereits am Mittwoch hatte Diesel deutschlandweit einen neuen Rekordpreis erreicht. Im Schnitt kostete der Liter laut ADAC 2,327 Euro und damit so viel wie noch nie. Besonders deutlich zeige sich die Entwicklung in einer Landeshauptstadt: Dort kletterte der Dieselpreis an einer Tankstelle direkt nach 12 Uhr von 2,46 Euro auf 2,53 Euro.
Neben der neuen Preisregelung treiben laut ADAC auch saisonale Faktoren die Kosten nach oben. Mit dem Beginn der Ferienzeit und dem nahenden Osterwochenende steige die Nachfrage und damit oft auch der Preis. Hinzu kämen klassische Einflussfaktoren wie der Rohölpreis und der Euro-Dollar-Kurs. Eine verlässliche Prognose bleibe daher schwierig.