Wer gebrauchte Kinderkleidung online kaufen will, ärgert sich oft über hohe Versandkosten oder unübersichtliche Angebote. So ging es auch Kathie und Dennis aus Lieg (Kreis Cochem-Zell). Kurzerhand hat das Paar aus der Nähe von Koblenz eine eigene Lösung entwickelt: die App „mamicado“, eine Plattform für den regionalen Kauf und Verkauf von Kinderkleidung und Ausstattung.
Die Idee entstand aus einer alltäglichen Situation, wie die beiden Gründer berichten. Kathie (31) suchte auf Vinted nach einer Jeans für ihren neunjährigen Sohn, fand aber fast nur Anzeigen aus dem Ausland. „Die Versandkosten waren teilweise so hoch, dass ich mir dachte: Dann kann ich die Hose auch direkt neu kaufen“, erklärt sie. Zudem störte es sie, dass die Plattformen immer unübersichtlicher wurden. Also fragte sie ihren Partner Dennis (34), einen gelernten Informatiker: „Können wir nicht einfach selbst eine Plattform entwickeln?“ Seine Antwort war kurz und bündig: „Klar, das bekommen wir hin.“
Von der Idee zur wachsenden Community
Gesagt, getan: Im März begannen die beiden mit der Entwicklung, am 10. Mai ging die erste Version von „mamicado“ online. Das Besondere: Das Projekt stemmten sie komplett neben ihren Vollzeitjobs, investierten zahlreiche Abende und Wochenenden. Viele Funktionen entstanden dabei in enger Zusammenarbeit mit anderen Eltern, deren Feedback direkt in die Weiterentwicklung der App einfloss.
Der Fokus von „mamicado“ liegt bewusst auf Regionalität. Nutzer sollen die Möglichkeit haben, Versandkosten zu sparen, indem sie Artikel in ihrer Nähe finden und persönlich abholen. Der Versand ist aber weiterhin möglich. Seit dem Start Mitte Mai haben sich bereits über 1.500 Familien auf der Plattform angemeldet und mehr als 6.700 Anzeigen eingestellt. „Fast täglich erreichen uns Nachrichten von Eltern, die sich freuen, endlich wieder eine Alternative zu haben“, so die Gründer. Diese positive Resonanz motiviere sie jeden Tag.
Große Ziele und ein nachhaltiger Name
Für die Zukunft träumt das Paar davon, dass „mamicado“ für viele Familien wieder zu dem wird, „was Mamikreisel früher einmal war“. Ihr Ziel ist es, die größte Secondhand-Plattform für Kinderartikel im deutschsprachigen Raum aufzubauen, die aber vor allem fair bleiben soll. Bisher finanzieren sie das Projekt komplett aus eigener Tasche.
Der Name der App ist dabei Programm: „Mami“ steht für die Zielgruppe und „cado“ leitet sich von der Avocado ab, die Nachhaltigkeit symbolisieren soll. Neben Deutschland kann die App mittlerweile auch in Österreich und der Schweiz genutzt werden.