Für die ehrenamtlichen Kräfte der Feuerwehr Koblenz-Horchheim ist es eine Zerreißprobe: Der seit Jahren geplante und dringend benötigte Neubau ihres Gerätehauses wird erheblich teurer als gedacht. Wie aus einer Vorlage der Stadtverwaltung hervorgeht, machen Lärmschutzauflagen eine massive Umplanung notwendig, wodurch die Gesamtkosten auf rund 7,8 Millionen Euro steigen.
Bereits im Mai 2023 hatte der Stadtrat nach langer Standortsuche den Bolzplatz an der Emser Straße für den Neubau beschlossen. Eine schalltechnische Untersuchung ergab nun jedoch, dass die ursprünglich geplante Zufahrt entlang der Wohnbebauung zu einer deutlichen Überschreitung der nächtlichen Lärmrichtwerte geführt hätte. Um die Anwohner zu schützen, muss die Zufahrt nun auf die nördliche Seite des Grundstücks entlang des Wiesenpfades verlegt werden.
Kosten steigen auf 7,8 Millionen Euro
Diese Änderung hat weitreichende und teure Folgen. Die Stützmauer entlang des Wiesenpfades muss nun nicht nur saniert, sondern massiv verstärkt werden, um die Last der schweren Einsatzfahrzeuge zu tragen. Da der Baugrund bis in elf Meter Tiefe nicht stabil ist, ist eine aufwendige Tiefgründung mit sogenannten Mikropfählen nötig. Allein die Kosten für diese Mauer steigen von einer Million auf 2,2 Millionen Euro.
Durch die Umplanung verringert sich die nutzbare Grün- und Freizeitfläche um rund 550 Quadratmeter. Der Platz kann aber weiterhin für die Kirmes genutzt werden, und die Toiletten des Neubaus sollen auch bei Veranstaltungen von außen zugänglich sein. Das traditionelle Martinsfeuer wird künftig jedoch in einer Feuerschale stattfinden müssen.
Entscheidung liegt nun beim Stadtrat
Auch die Felder für Fußball und Basketball müssen verlegt und in einem separaten Verfahren genehmigt werden. Die neue Zufahrt wirkt sich zudem auf die Verkehrsführung für Fußgänger aus. So muss der Zebrastreifen auf der Auffahrt zur Südbrücke voraussichtlich entfallen. Als Ersatz soll an der Emser Straße 316 ein neuer Zebrastreifen eingerichtet werden.
Der Haupt- und Finanzausschuss hat am Montag über die Pläne beraten. Die endgültige Entscheidung liegt damit beim Koblenzer Stadtrat. Stimmt dieser zu, soll die Baugenehmigung im zweiten Halbjahr 2026 erteilt werden, die Bauarbeiten könnten von 2027 bis 2029 folgen.
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