Rund ein Jahr nach einem Ölunfall am Naturschutzgebiet Thürer Wiesen bei Thür leidet die Natur noch immer unter den Folgen. Das teilte das rheinland-pfälzische Umweltministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.
Im Februar 2025 war ein mit 30.000 Litern Heizöl beladener Lastwagen auf einer Bundesstraße in der Nähe des Gebiets umgekippt. Zwar konnte das meiste Öl abgefangen werden, doch der Laster kam direkt über einem Gullydeckel zum Liegen. Dadurch floss das Öl trotz schneller Reaktion der Einsatzkräfte direkt in das Regenabwassersystem.
Vom Unfall seien vor allem die Wasservögel im Erweiterungsgebiet des Naturschutzgebiets betroffen gewesen. „Viele Vögel wurden ölbedeckt aufgefunden, wodurch sie nicht mehr fliegen oder ihre Körperwärme nicht mehr erhalten konnten, was ihre Überlebensfähigkeit massiv beeinträchtigte“, heißt es aus dem Ministerium.
Einige Libellenarten fehlen, aber auch gute Nachrichten
Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) ging schon damals von Spätfolgen aus. Dass der Ölunfall vor allem Folgen für die Tierwelt im Erweiterungsgebiet habe, sehe man etwa am Fehlen mancher Libellenarten im vergangenen Jahr. „Aber es gibt auch gute Nachrichten wie die Brut eines Weißstorches mit drei Jungen in dem Gebiet im Sommer 2025“, berichtete Eder.
Eine Ausbreitung des Öls in das eigentliche Naturschutzgebiet konnte den Angaben zufolge wohl verhindert werden. Bisher ausgewertete Boden- und Wasserproben dort seien unauffällig. Weil sich das Heizöl aber in den Schilfbeständen im Erweiterungsgebiet festgesetzt hatte, mussten dort große Flächen entfernt werden. Die Folge: „Im durch die notwendigen Reinigungsarbeiten vom Schilf beräumten Erweiterungsgebiet ist die saisonale Vogelbrut aber zum Teil ausgefallen oder hat mit großer Verspätung stattgefunden.“
Der tatsächliche Schaden an Amphibien, Fischen oder Kleintieren könne noch nicht abschließend bewertet werden. Die Ergebnisse des Libellen-Monitorings zeigten aber, dass im Jahr 2025 in der Erweiterungsfläche verschiedene Arten komplett ausgefallen sind.