Ein Gutachter habe an dem Baum in der Kirchstraße Bruchgefahr festgestellt. Der Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen werde daher einen Kronenrückschnitt vornehmen, um den Baum noch ein paar weitere Jahre zu erhalten. Für die Arbeiten mit einem Hubwagen werde ein Parkverbot rund um die Maulbeere eingerichtet.
Baum könnte aus dem 19. Jahrhundert stammen
Wie alt der aus China stammende Baum mit dem botanischen Namen Morus alba ist, ist laut den Heimatfreunden Horchheim nicht dokumentiert. Die knorrige Maulbeere musste in der Vergangenheit schon mehrfach beschnitten werden.
Der Baum könnte im 19. Jahrhundert im Auftrag des Berliner Bankiers Joseph Mendelssohn gepflanzt worden sein. Mendelssohn kaufte 1818 in Horchheim ein Palais mit einem großen Park. Auch die nach ihm benannte Grundschule wurde durch eine Spende des Gutsbesitzers gebaut und 1846 bezogen.
Vielleicht hatte Mendelssohn aus seiner Heimatstadt Berlin die Idee mitgebracht, selbst Seide zu produzieren und Maulbeerbäume anzupflanzen. Deren Blätter dienen als Nahrung für Seidenraupen, die allerdings mit den kalten deutschen Wintern nicht gut klarkommen.