Am Morgen des 13. Oktober 2025 ist Heinz Keuler im Alter von 78 Jahren verstorben. Das war leider zu erwarten. Schon lange war er erkrankt. Das große Spiel seines FV Engers in der ersten DFB-Pokalrunde am 17. August 2025 in Koblenz gegen Eintracht Frankfurt hatte er schon nicht mehr erleben können. "Heinz geht es nicht gut. Er leidet von zu Hause", erzählte ein Freund.
Ein Leben für den FV Engers
Solange ich denken kann, verbinde ich den FV Engers mit der Person Heinz Keuler. Und das gilt bis heute. Aktuell ist der Verein in der Oberliga Südwest, hat inzwischen dreimal den Rheinlandpokal gewonnen und gehört zu den besten Vereinen im Rheinland. Heinz war Vorsitzender über Jahre, "Mädchen für alles" ist er für alle Zeiten. Heinz Keuler steht für diesen Fußballverein mit seinen knapp 400 Mitgliedern im Neuwieder Stadtteil.
Und jetzt, wo auch seit Jahren der Erfolg da ist, da hätte das Fußballerleben des Heinz Keuler eigentlich ganz in Ordnung sein müssen. War es auch. Das Stadion am Wasserturm ist bestens in Schuss, die Zuschauer stehen hinter dem Verein, der einmal zu Oberligazeiten 1:0 beim 1. FC Kaiserslautern mit den Weltmeistern von 1954 gewann. Und mit Martin Hahn als Vorsitzender und seinem Team ist ein starker Vorstand da, der die Zukunft des Traditionsvereins klug bestimmen wird.
Ein Pessimist aus Überzeugung
Heinz lebte jedes Spiel. So ein bisschen Fritz Walter ist in ihm drin, der der Begründer des realen Pessimismus in Deutschland hätte sein können. Auch Heinz Keuler glaubte erst an den Sieg des FV Engers, wenn er eingefahren war. So war er immer und so wird er in Erinnerung bleiben.
Familie hat er, der Sohn Carsten war ein glänzender Spieler, der auch für Köln spielte und viele Jahre war der Heinz der gute Geist im Heinrich-Haus in Engers, einer bedeutenden Einrichtung für behinderte Menschen. Dort half er bis zuletzt immer aus. Das Thema ließ ihn nicht los. So wenig wie das des FV Engers.
"Wenn ich 70 werde, dann sollte ich aufhören", hat er vor einigen Jahren gesagt. 70 und viel mehr wurde er, aber mit dem Aufhören ist es zum Glück bei der Ankündigung geblieben. Der Sport hat zu wenige von seiner Sorte. Er wird unendlich fehlen, dieser wunderbare Mensch, die Engerser Fußball-Ikone.