Banküberfall in Sinzig: So lief die Tat wirklich ab

Drei Tage nach dem Banküberfall in Sinzig gibt es neue Details: Der Täter lauerte seinen Opfern im Gebäude auf, bedrohte sie mit einer Waffe und war schon vor dem Eintreffen der Polizei geflohen.

Banküberfall in Sinzig: So lief die Tat wirklich ab

Drei Tage nach dem aufsehenerregenden Banküberfall in Sinzig haben die Staatsanwaltschaft und die Kriminaldirektion Koblenz am Montag neue Details zum Tathergang veröffentlicht. Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren.

Nach derzeitigem Stand gehen die Ermittler davon aus, dass ein Täter sich bereits im Gebäude der Bank befand. Dort habe er einen Bankmitarbeiter und einen Mitarbeiter einer Geldtransportfirma mit einer Schusswaffe bedroht und beide im Tresorraum eingesperrt. Ob es weitere Tatbeteiligte gab, ist noch unklar und Teil der laufenden Ermittlungen.

Nachdem der Täter einen Behälter mit Bargeld an sich genommen hatte, konnte er flüchten. Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass der oder die Täter sich schon vor dem Eintreffen der ersten Polizeikräfte mit der Beute entfernt hatten. Eine Flucht nach der Umstellung der Bank durch die Polizei sei auszuschließen. Zur Höhe der Beute werden aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben gemacht.

Die Beschreibung des Täters ist weiterhin vage. Er soll etwa 1,80 Meter groß sein und bei der Tat eine netzähnliche, weiße Kopfbedeckung getragen haben.

Der Großeinsatz der Polizei am vergangenen Freitag sei aufgrund der ersten Erkenntnisse und Zeugenaussagen erfolgt. Diese ließen befürchten, dass sich der oder die Täter noch mit den beiden eingeschlossenen Personen in der Bank befinden könnten. Die Einsatzmaßnahmen der Polizei, so die Ermittler, basieren immer auf den Informationen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt vorliegen. Bis zum Eindringen der Spezialkräfte in die Bank habe man eine Anwesenheit der Täter nicht ausschließen können.

Ermittlungen wegen schwerer räuberischer Erpressung

Das Ermittlungsverfahren wird wegen schwerer räuberischer Erpressung und Freiheitsberaubung geführt. Diese Einordnung sei jedoch vorläufig, da noch wichtige Zeugenaussagen ausgewertet werden müssen.

Die Kriminalpolizei wertet derzeit die am Tatort gesicherten Spuren aus und führt weitere Zeugenbefragungen durch. Personen, die am Tattag, dem 8. Mai, oder in den Tagen davor verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0261/92156-390 bei der Kriminalpolizei Koblenz zu melden.