Langes Warten in virtuellen Warteschlangen, hohe Nachfrage und am Ende oft leere Hände: Der Kampf um Konzertkarten, in den sozialen Medien häufig als „Ticket War“ (deutsch: Ticket Krieg) bezeichnet, ist für viele Musikfans zur Normalität geworden. Ganz anders sieht es bei der Fête de la Musique aus. Das Konzept des weltweit gefeierten Musikfestes ist denkbar einfach: Der Eintritt ist kostenfrei, und das Festival lädt dazu ein, Musik ohne finanzielle oder organisatorische Hürden zu erleben. Das Ganze findet mitten in der Stadt und unter freiem Himmel statt.
In Koblenz findet die Fête de la Musique in diesem Jahr am 21. Juni bereits zum vierten Mal statt. Traditionell wird das Fest jährlich am Tag der Sommersonnenwende gefeiert. An diesem Tag erreicht die Sonne ihren höchsten Stand auf der Nordhalbkugel und markiert sowohl den längsten Tag des Jahres, aber auch den kalendarischen Sommeranfang. Hierbei sorgen mehr als 50 regionale Bands, Chöre und Solokünstler von 15 bis 21 Uhr an rund zehn Spielorten in der Altstadt und in Ehrenbreitstein für ein vielseitiges Line-up aus verschiedenen Genres und Stilrichtungen.
Vom Radio-Impuls zum weltweiten Phänomen
Die ursprüngliche Idee für das Fest stammt vom amerikanischen Musiker Joel Cohen, der 1976 bei dem Sender Radio France beschäftigt war. Seine Vision war es, ein unkommerzielles Musikfest zu schaffen, das jährlich jeweils zur Sommer- und zur Wintersonnenwende stattfinden sollte. Während sich die Winterausgabe nicht durchsetzen konnte, griff der damalige französische Kulturminister Jack Lang seine Idee auf und rief 1982 in Paris die erste offizielle Fête de la Musique ins Leben. Hierbei ist der Name ein bewusst gewähltes Wortspiel: Schnell gesprochen klingt er ähnlich wie der französische Satz „Faites de la musique“, („Macht Musik“) und verweist somit auf die zentrale Idee des Festivals.
Mittlerweile verbreitete sich das Konzept von Frankreich aus in mehr als 1.000 Städte in rund 120 Ländern. In Deutschland feierte die Fête de la Musique in München 1985 Premiere. Besonders bekannt ist jedoch die Berliner Ausgabe, die seit 1995 stattfindet und mit Konzerten an hunderten Orten vertreten ist, von Auftritten in Clubs und Gärten bis hin zu Rock im Altenheim. In Koblenz wird die Fête de la Musique seit 2023 veranstaltet. Bildungs- und Kulturdezernent Ingo Schneider beschreibt das Fest als eine beeindruckende Veranstaltung der Kultur, die es schafft, die gesamte Innenstadt mit Musik zu füllen. „Koblenz wird so Teil eines weltweiten Phänomens, das die Menschen im Zeichen der Musik zusammenführt. In den ersten drei Jahren hat sich die Fête bereits fest etabliert. Wir werden stetig weiter daran arbeiten, sie immer wieder auszubauen“, betont Schneider.
Das Programm im Überblick
Sonntag, 21. Juni 2026, zwischen 15 und 21 Uhr.
Jesuitenplatz „Lotto-RLP-Bühne“:
15:00 – 15:10 Uhr: Eröffnung
15:10 – 15:55 Uhr: Wild Noise
16:10 – 17:10 Uhr: Crumb Valley
17:25 – 18:25 Uhr: Nova-B
18:40 – 19:40 Uhr: Memory Lane
19:55 – 21:00 Uhr: T-AGE
Am Plan „EVM-Bühne“:
15:00 – 16:00 Uhr: Lobby Lizards
16:15 – 17:00 Uhr: The Deafsonics
17:15 – 18:15 Uhr: Blueskapelle Heckelmann
18:30 – 19:30 Uhr: Double M
19:45 – 21:00 Uhr: Birds Out!
Münzplatz „Sparkassen-Bühne“:
15:00 – 16:00 Uhr: Smalltalk
16:15 – 17:15 Uhr: cup5
17:30 – 18:30 Uhr: PIECES
18:45 – 19:45 Uhr: Herold
20:00 – 21:00 Uhr: ELEKTRØKELLER
An der Liebfrauenkirche „VR Bank-Bühne“:
15:00 – 15:10 Uhr: Kalynonka
15:15 – 15:30 Uhr: Dzvinochky
15:35 – 15:55 Uhr: Oranta Chor
16:00 – 16:30 Uhr: PIRI-PIRI
16:35 – 16:55 Uhr: JazzChor Koblenz
17:00 – 17:30 Uhr: HeartChor Koblenz
17:35 – 18:05 Uhr: Andiamo a Cantare
18:10 – 18:40 Uhr: Junger Chor Koblenz
18:45 – 19:30 Uhr: Rock Chor Koblenz
19:35 – 20:05 Uhr: Singgemeinschaft Georg Schlich Mendig e. V.
20:10 – 20:35 Uhr: Collegium Vocale Koblenz
Brunnenhof Königspfalz:
15:00 – 15:30 Uhr: Jessica Fuchs
15:45 – 16:45 Uhr: 2CentBand
17:00 – 17:30 Uhr: Im Klang der Saz
17:45 – 18:30 Uhr: Die Beutel
18:45 – 19:45 Uhr: MeerKlang
20:00 – 21:00 Uhr: untermstern
Ab 15:00 Uhr: Silent Disco Pfefferminzje & Tante Lotte
Lichthof der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung:
15:00 – 15:45 Uhr: Valeria Kutschina
16:00 – 17:00 Uhr: Hans Beckmann
17:15 – 18:15 Uhr: «Schlafzimmer-Sessions»
18:30 – 19:30 Uhr: Mila & Anatoli
19:15 – 19:30 Uhr: Jan Michels
Peter-Friedhofen-Haus:
16:00 – 17:00 Uhr: Duo ›con emozione‹
17:15 – 18:15 Uhr: Christopher Ströbl
18:30 – 19:15 Uhr: 56th District Pipe Band Koblenz
19:30 – 21:00 Uhr: GREEN SMART SAXOPHONE QUARTET
Rockbar Florinsmarkt (Indoor):
15:00 – 16:00 Uhr: ECHOES OF A DREAM
16:25 – 17:25 Uhr: Saitenhiebe
17:50 – 18:50 Uhr: The Nixx
19:15 – 20:15 Uhr: M.A.S.H. Heads
Schlaraffenburg/Palottinerkapelle Ehrenbreitstein:
15:00 – 16:30 Uhr: Benny Geisweid mit Blues&so
16:30 – 18:00 Uhr: Peter Begiebing: „AcousticCoverMusic“
18:00 – 18:30 Uhr: Rangulf Zschenderlein und Freunde: Klassische Blockflöte
18:30 – 19:00 Uhr: Wayne Negrini: Sinatra & Co.
19:00 – 22:00 Uhr: Open Stage
Altengraben Galerie No 23:
15:00 – 15:15 Uhr: Laudatio – Fête de la Musique im Altengraben
16:05 – 16:30 Uhr: Klangfarben
16:30 – 17:00 Uhr: Mila & Anatoli (Tippfehler im Namen korrigiert)
17:10 – 17:40 Uhr: 16MM
17:50 – 18:45 Uhr: Sticky & Strange
19:00 – 20:00 Uhr: Adrian
20:15 Uhr: Dankeschön – Fête de la Musique im Altengraben
Weitere Infos zu dem Programm findet ihr hier.