Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat Anklage wegen Mordes gegen einen 42-jährigen Mann erhoben. Das teilt die Behörde mit. Dem tunesischen Staatsangehörigen wird vorgeworfen, am 28. Mai 2026 seine von ihm getrennt lebende Ehefrau in der Nähe von Wirft in der Verbandsgemeinde Adenau (Landkreis Ahrweiler) getötet zu haben (Merkurist berichtete).
Laut Anklage soll der Mann der Frau an diesem Morgen gegen 8:30 Uhr mit seinem Auto zu einem Parkplatz gefolgt sein. Dort habe er sie zunächst in ein Gespräch verwickelt und sie dann plötzlich und unvermittelt in ihrem eigenen Auto mit einem Messer angegriffen. Anschließend soll er sie mit ihrem Fahrzeug an einen abgelegenen Ort gefahren und sie dort mit weiteren Messerstichen getötet haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann einem vorgefassten Plan folgte und die Frau zum Zeitpunkt des ersten Angriffs arglos war.
Scheidungsantrag zwei Tage vor der Tat zugestellt
Nach dem Ergebnis der Ermittlungen hatte sich die Frau bereits im Juni 2025 von dem Angeklagten getrennt, unter anderem wegen häuslicher Gewalt. Sie war mit den beiden gemeinsamen Kindern im Alter von vier und sieben Jahren aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Der 42-Jährige soll die Trennung nicht akzeptiert, seiner Frau nachgestellt und trotz einer gerichtlichen Gewaltschutzverfügung immer wieder ihre Nähe gesucht haben. Am 8. Mai 2026 reichte die Frau den Scheidungsantrag ein, der dem Angeschuldigten zwei Tage vor der Tat zugestellt wurde.
Die Anklage lautet auf Mord aus Heimtücke sowie aus niedrigen Beweggründen. Der Mann befindet sich seit dem 30. Mai aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Koblenz in Untersuchungshaft. Er hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Der Fall wird vor dem Schwurgericht des Landgerichts Koblenz verhandelt.