Umbau des Koblenzer Weindorfs: Zeitplan für BUGA 2029 wackelt

Das Koblenzer Weindorf soll zur BUGA 2029 in neuem Glanz erstrahlen. Doch der Zeitplan ist in Gefahr, weshalb die Stadt bereits eine Teileröffnung als Plan B prüft.

Umbau des Koblenzer Weindorfs: Zeitplan für BUGA 2029 wackelt

Das Weindorf in Koblenz soll sich wieder zu einem touristischen Highlight von Koblenz entwickeln. Aber die Sanierung des Gebäude-Ensembles an der Pfaffendorfer Brücke wird möglicherweise nicht bis zum Beginn der Bundesgartenschau (BUGA) im Oberen Mittelrheintal 2029 abgeschlossen.

Der Umbau des Weindorfs soll eigentlich von November 2027 bis März 2029 erfolgen. In einer Ausschreibung für die Planungs- und Ingenieurleistungen für das Projekt deutet die Stadtverwaltung aber selbst Zweifel an, ob der Zeitplan zu halten ist. Deshalb sollen die künftigen Planer „als Option untersuchen, inwieweit für den Fall von Verzögerungen in der Projektphase eine abschnittsweise bzw. vorgezogene Realisierung einzelner Teilbereiche des Bauvorhabens möglich und sinnvoll ist.“ So sollten „ausgewählte Bereiche“ schon zur BUGA genutzt werden können, auch wenn die Umbauarbeiten noch nicht abgeschlossen sein sollten. Die Bundesgartenschau soll am 19. April 2029 beginnen.

Denkmalschutz trifft auf marode Bauten

Das Projekt könnte sich der Ausschreibung zufolge vor allem wegen Denkmalschutz-Bedenken verzögern. Die Denkmalschützer sehen das Weindorf als „qualitätvolles Zeugnis der Gastronomie-Wein- und Tourismusgeschichte des Mittelrheins, das in seiner Gestaltung ein weit über die Region hinaus einzigartiges Kulturdenkmal ist.“ Vor allem die Fachwerkbauweise und die Dachstühle haben es den Experten angetan. Es sei bis heute „sehr viel vom ursprünglichen Charakter“ des Gebäude-Ensembles erhalten, heißt es in einer Stellungnahme der Denkmalschützer. „Eine Herrichtung oder Instandsetzung muss zum Ziel haben, diesen Bestand zu wahren und zu sichern.“

Andererseits sind die 1951 errichteten Bauten in die Jahre gekommen. Es sei „von einem teilweise erheblich geschädigten bzw. extrem maroden Bauzustand einzelner Bauteile auszugehen“, heißt es in der Ausschreibung der Stadt. Deshalb soll ein Teil der Gebäude vollständig zurückgebaut und zusätzliche Anbauten zum Beispiel für eine Besuchertoilette und hochwassersichere Lagerräume errichtet werden. Außerdem ist die Neugestaltung der Außenanlagen inklusive Spielplatz und Ladestationen für E-Bikes geplant.

Treppe zum Rhein und begehbare Vinothek

Highlight soll ein neuer Zugang mit einer großzügigen Treppe direkt von der Rheinpromenade sein, auf der sich die Besucher auch setzen können – so wie an den Rheinstufen vor dem Schloss. Außerdem soll es eine begehbare Vinothek geben, in der Winzer ihre Weine zur Verkostung anbieten. Auch der kleine Weinberg soll aufgehübscht und mit Erklärtafeln versehen werden.

Ende Juni hatte der Stadtrat entschieden, dass das Andernacher Catering-Unternehmen „Ahsenmacher“ künftiger Pächter des Weindorfs nach seiner Wiedereröffnung sein soll. Das Unternehmen will das Weindorf zu einem „lebendigen Treffpunkt“ für Koblenzer und auswärtige Besucher machen (Merkurist berichtete).