Er gilt als einer der unattraktivsten Bereiche in Koblenz, doch das soll sich bald ändern: Der Bahnhof in Lützel steht vor einer umfassenden Neugestaltung. Eine neue, barrierefreie Fußgänger- und Radunterführung soll erstmals die Bereiche westlich und östlich der Gleise verbinden, während der Bahnhofsvorplatz zu einem modernen und grünen Aushängeschild für den Stadtteil umgebaut wird. Das geht aus einer Beschlussvorlage für den Koblenzer Stadtrat hervor, der über das Millionenprojekt entscheiden muss.
Mehr als nur ein neuer Tunnel
Kernstück des Vorhabens ist die neue, 5,90 Meter breite Unterführung. Sie soll nicht nur barrierefrei zu den Bahnsteigen führen, sondern die Gleise komplett unterqueren. Damit werden die westlich gelegenen Gebiete wie das ehemalige Gelände der Standortverwaltung (StOV) der Bundeswehr und die Feste Kaiser Franz direkt an den Bahnhof und den Kern von Lützel angebunden. Die bisherige Trennwirkung der Bahnanlagen soll dadurch aufgehoben werden.
Der neue westliche Ausgang der Unterführung wird mit einer Rampe und einer Treppe an die Mayener Straße angeschlossen. Allerdings kann diese Anbindung aus topografischen Gründen zunächst nur als Provisorium und noch nicht vollständig barrierefrei hergestellt werden. Die endgültige barrierefreie Lösung soll erst später im Zuge der weiteren Entwicklung des StOV-Geländes realisiert werden.
Moderner Platz mit viel Grün
Passend zur neuen Unterführung wird auch der Bahnhofsvorplatz Ost komplett neu gestaltet. Geplant ist ein großzügiger Platz mit hoher Aufenthaltsqualität. Durch mehr Grünflächen, Bäume zur Beschattung, neue Sitzgelegenheiten und eine moderne Beleuchtung soll ein attraktiver Eingangsbereich für Lützel entstehen. Auch sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sind vorgesehen. Das Konzept soll nicht nur die Optik verbessern, sondern durch die Begrünung auch das Mikroklima positiv beeinflussen.
Die Umsetzung des Projekts erfolgt in enger Abstimmung mit der Deutschen Bahn (DB), die ohnehin die Rheinstrecke saniert. Laut aktuellem Zeitplan soll der Bau Mitte 2027 beginnen. Die wesentlichen Arbeiten an der Unterführung sind für eine mehrmonatige Sperrung der Bahnstrecke von Februar bis Juni 2028 geplant. Die Stadt und die DB wollen die gemeinsamen Baumaßnahmen an der Unterführung bis Ende 2028 abschließen.
Kosten in Millionenhöhe
Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich laut Vorlage auf rund 11,6 Millionen Euro. Nach Abzug von Fördergeldern von Bund und Land in Höhe von voraussichtlich über 7,3 Millionen Euro verbleibt für die Stadt Koblenz ein Eigenanteil von rund 4,3 Millionen Euro. Für die Neugestaltung des Vorplatzes werden zudem Anlieger über Erschließungsbeiträge an den Kosten beteiligt. Der Stadtrat muss dem Vorhaben noch zustimmen.