Auch in der kommenden Saison werden sich voraussichtlich drei Fußballvereine das Stadion Oberwerth in Koblenz noch teilen müssen. Das hat die Stadt Koblenz auf eine Merkurist-Anfrage mitgeteilt.
Auch in der Saison 2025/2026 nutzte die TuS Koblenz als Hauptmieter den Rasenplatz für alle ihre Heimspiele in der Fußball-Oberliga. Weitere Nutzer sind die Stadt- und Ligakonkurrenten FC Rot-Weiss Koblenz, der dort zwölf Mal seine Gäste empfing, und FC Cosmos Koblenz, der neun Ligaspiele sowie sein Rheinlandpokal-Achtelfinalspiel gegen den Regionalligisten SV Eintracht Trier (1:4) auf dem Naturrasen im Stadion austrug.
Laut dem Pressesprecher der Stadt, Heiko Breitbarth, geht die Verwaltung auch für die Spielzeit 2026/2027 von drei Koblenzer Oberligisten aus. In den kommenden Wochen sollen dazu Gespräche mit den Vereinen stattfinden. Wann der geplante Campus des FC Rot-Weiss Koblenz fertiggestellt sein wird, ist der Stadt derzeit nicht bekannt.
Arbeiten am Rot-Weiss-Campus dauern an
In direkter Nachbarschaft zum Stadion ensteht für Rot-Weiss nicht nur ein neuer Spielort, sondern auch eine innovative Trainingsstätte für den Nachwuchs des Vereins. Der Ausbau umfasst die Errichtung eines Naturrasenplatzes, eines Kunstrasenplatzes sowie eines Kunstrasen-Kleinspiellfelds, die künftig die fußballerische Heimat des Vereins bilden wird. Der Spatenstich zu diesem Projekt war am 26. April 2024.
„Wollen würden wir am liebsten gestern“, antwortet Thomas Beer auf die Frage nach dem Zeitpunkt für den Bezug der neuen Rot-Weiss-Anlage. Beer ist der 1. Vorsitzende des rund 600 Mitglieder zählenden Fußballvereins aus der Koblenzer Vorstadt. „Unser Campus-Projekt wird mit brutal viel ehrenamtlichem Engagement realisiert“, erläutert er. „Man sieht optisch, dass wir schon extrem weit sind. Trotzdem können wir uns noch nicht auf einen festen Termin zur Eröffnung festlegen.“ Die jahrelange Zusammenarbeit mit den beiden anderen Vereinen bezeichnet der RWK-Vorsitzende „bei aller sportlicher Rivalität als „vernünftig, sachlich und sauber“.
TuS Koblenz sieht Situation entspannt
Christian Krey, der Präsident der TuS Koblenz, beurteilt die Dreifachbelegung ebenfalls gelassen. „Die Frage, wann wir wieder alleiniger Nutzer des Stadions sind, stellt sich uns nicht. Wir sind in dieser Frage tiefenentspannt“, sagt Krey. Er rechnet nicht damit, dass der Umzug von Cosmos nach Neuwied bereits in der Ende Juli beginnenden Saison 2026/2027 stattfindet.
Die gemeinsame Nutzung bringe allerdings zusätzliche Aufgaben mit sich. „Mit Rot-Weiss sind wir ja bereits seit einigen Jahren dauerhaft gemeinsamer Nutzer und haben uns auf der gesamten Anlage, auf dem Rasen und in den Kabinen arrangiert“, erklärt Krey. Allerdings entstünden durch die gemeinsame Nutzung administrativ und operativ zusätzliche Aufgaben. „Der Mehraufwand beispielsweise den VIP-Raum im Wechsel ein- und auszuräumen ist auch ein zusätzlicher Kostenfaktor.“
Auch Cosmos Koblenz bleibt im Stadion
In der Saison 2026/2027 wird auch der FC Cosmos Koblenz weiterhin zumindest einen Teil seiner Heimspiele im Stadion Oberwerth bestreiten. Zudem nutzt Cosmos die neu gestaltete Bezirkssportanlage „Schmitzers Wiese“ seit deren Fertigstellung Ende Oktober 2025 als Spielort. Dort hat der FC Cosmos darüberhinaus seine Homebase für den Trainingsbetrieb.
Zur Spielzeit 2027/2028 hat der Verein eine Fusion mit den beiden Vereinen VfL Neuwied und Vatanspor Neuwied geplant (Merkurist berichtete), will dann zu Cosmos Neuwied umfirmieren und auch in die Deichstadt umsiedeln. Die Gespräche und Planungen seien zwar weit fortgeschritten, doch die Umsetzung verzögere sich, hatte der Cosmos-Boss Remo Rashica Anfang Mai erklärt. Als Grund nannten die drei Vereine rechtliche und formale Hürden.
Nun gab Rashica Merkurist ein kurzes Update. „In Mitgliederversammlungen aller drei Vereine wurde dem Fusionsvorhaben zugestimmt. Nun läuft das weitere Prozedere für die nächsten Schritte. Die juristische und organisatorische Umsetzung wird derzeit vorbereitet mit dem Ziel, den gesamten Prozess gegen Ende dieses Jahres beziehungsweise Anfang 2027 abzuschließen“, teilte Rashica unserer Redaktion per WhatsApp-Nachricht aus dem Urlaub in Pristina mit.