Christian Baldauf, der neue Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz, zieht nach 100 Tagen im Amt eine erste Bilanz. Wie das Unternehmen mit Sitz in Koblenz am Dienstag mitteilte, hat er drei Schwerpunkte für die Zukunft des Glücksspielanbieters festgelegt. Zuvor habe er viel beobachtet und zugehört, um sich ein Bild zu machen. „Ich habe schnell gemerkt, dass das Glücksspielunternehmen sehr gut aufgestellt ist“, so Baldauf.
Annahmestellen und Internet sollen sich ergänzen
Ein zentraler Punkt seiner Pläne ist die Stärkung des zweigleisigen Vertriebs. Die Annahmestellen, die es in jeder sechsten Ortsgemeinde gibt, sollen als lokale Anlaufpunkte mit persönlichem Service erhalten bleiben. Gleichzeitig wird das Online-Angebot als bequeme Alternative weiterentwickelt. „Annahmestellen und Internet sind keine Konkurrenz, sondern ergänzen sich auch weiterhin zu einem Komplettangebot“, erklärt der Geschäftsführer. Ziel sei es, die beiden Vertriebswege besser miteinander zu verzahnen, um Kunden ein umfassendes Serviceangebot zu bieten.
Als drittes Vorhaben plant Baldauf, die direkte Kommunikation auszubauen, insbesondere über soziale Medien. Das Unternehmen möchte transparenter erklären, was es tut, und stärker in den Dialog mit den Menschen treten. Das soll das Alleinstellungsmerkmal der Gemeinwohlorientierung gegenüber Mitbewerbern hervorheben.
Mehr Aufmerksamkeit für den guten Zweck
Ein weiterer Schwerpunkt liegt darauf, die Förderung des Gemeinwohls stärker in den Vordergrund zu rücken. Laut Lotto Rheinland-Pfalz fließen jährlich rund 150 Millionen Euro durch Steuern und Abgaben in den Landeshaushalt. Hinzu kommen etwa fünf Millionen Euro aus den Lotterien GlücksSpirale, Sieger-Chance und BINGO!, die direkt an Projekte aus Sport, Kultur, Umwelt- und Denkmalschutz sowie der Wohlfahrt gehen. „Das alles entspricht rund 415.000 Euro pro Tag für gute Zwecke“, rechnet Baldauf vor.
Zusätzlich unterstützt die Lotto-Stiftung jedes Jahr rund 1.300 Projekte mit mehr als 1,7 Millionen Euro. Auch die Benefiz-Veranstaltungen der Lotto-Elf und der Mainzer Hofsänger tragen mit jährlich etwa 500.000 Euro zum sozialen Engagement bei. „Hinter all diesen Zahlen stehen konkrete Projekte und die Menschen vor Ort“, betont Baldauf. Genau das wolle man künftig „weiterführen, noch transparenter in den Vordergrund stellen und immer wieder konkrete Beispiele nennen.“