Für die Sozialdemokraten gab es das schlechteste Ergebnis im Bundesland seit 1947. Die AfD hat ihren Stimmenanteil auf 20 Prozent verdoppelt und die Grünen haben ihr Ergebnis mit 8,2 Prozent fast gehalten. Freie Wähler und FDP bleiben unter der 5-Prozent-Hürde und fliegen aus dem Landtag.
Damit ist klar: Die Ampel-Koalition von Mainz ist am Ende. Da keine der beiden großen Parteien mit der AfD koalieren will, steuern die Rheinland-Pfälzer auf eine Große Koalition zu. Damit bestätigte sich, was die Umfragen zuletzt vorhergesagt haben, nämlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden großen Parteien SPD und CDU. Wirklich spannend war nur noch, wer von den beiden Spitzenkandidaten am Ende die Nase vorne und damit das Zugriffsrecht auf das Amt des Ministerpräsidenten hat.
Schnieder wird „Flash Gordon“ für Bundes-CDU
Nach dem deutlichen Ergebnis stellt die CDU damit den künftigen Ministerpräsidenten. Partei- und Fraktionschef Gordon Schnieder übernimmt die Geschäfte in der Mainzer Staatskanzlei. Er wird damit – wie der Science-Fiction-Held – zum „Flash Gordon“ für die zuletzt arg gebeutelte Bundes-CDU und Kanzler Friedrich Merz.
Für die Rheinland-Pfälzer heißt das Ergebnis: In den nächsten fünf Jahren bleibt alles anders. Die CDU wird sich in Szene setzen wollen, kann aber nicht alles zurückdrehen, was ihr künftiger Juniorpartner SPD in den vergangenen 35 Jahren ihrer Regierungszeit in Mainz hinterlassen hat. Dazu kommt, dass die Wahlprogramme der beiden Parteien ohnehin fast austauschbar waren.
Führen Ergebnisse bei SPD zu Rücktritten?
In Berlin wird das Ergebnis für heftige Diskussionen unter den Sozialdemokraten führen – mögliche Rücktritte nicht ausgeschlossen. Kanzler Merz ist durch das Ergebnis und den zusätzlichen CDU-Ministerpräsidenten gestärkt. Trotzdem dürfte das Regieren schwieriger werden, weil sich die SPD noch mehr profilieren muss, um nicht ganz unter den Räder zu kommen.
Und wie sieht es in der Region aus?
Auch in den Wahlkreisen im nördlichen Rheinland-Pfalz zeichnet sich nach ersten Hochrechnungen einen Ruck in Richtung CDU ab. In Koblenz lag der CDU-Bewerber Philip Rünz vor der SPD-Kandidatin Dr. Anna Köberling. Auch im Wahlkreis Koblenz-Lahnstein hatte der CDU-Bewerber Andreas Birtel die Nase vorn – vor der SPD-Kandidatin Adriana Kauth.
Gleiches Spiel im Wahlkreis Neuwied. Dort lag CDU-Mann Jan Petry vor der bisher direkt gewählten Kandidatin Lana Horstmann. Im Wahlkreis Andernach verliert Landesgesundheitsminister Clemens Hoch sein SPD-Direktmandat. Dort hat Anette Moesta von der CDU die Nase vorn. In Mayen kann CDU-Kandidat Torsten Welling sein Mandat mit deutlichem Vorsprung verteidigen. Gegenkandidat Nicolas Cordes von der SPD liegt deutlich zurück (Stand: 22.03.2026, 19:30 Uhr).