Im laufenden Tarifkonflikt hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten der Telekom in Rheinland-Pfalz und im Saarland für Dienstag (12. Mai) zu einem Warnstreik aufgerufen. Wie die Gewerkschaft mitteilt, soll damit während der dritten Verhandlungsrunde der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden.
Betroffen sind die Standorte in Koblenz, Mainz, Bad Kreuznach, Kaiserslautern, Neustadt an der Weinstraße und Ludwigshafen sowie in Trier und Saarbrücken. Verdi rechnet mit rund 700 Streikenden. Wegen der Arbeitsniederlegung kann es zu einer schlechteren Erreichbarkeit, Verzögerungen im technischen Kundenservice sowie im Glasfaserausbau kommen. Auch Terminabsagen bei Kunden seien möglich. Die Notleitungen sind laut Verdi aber sichergestellt.
Verdi fordert 6,6 Prozent mehr Lohn
Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit rund 60.000 Tarifbeschäftigten 6,6 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem soll es einen jährlichen Bonus von 660 Euro für Verdi-Mitglieder geben. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 120 Euro pro Monat steigen, ergänzt um einen Mitgliederbonus von 240 Euro im Jahr.
Die zweite Tarifverhandlungsrunde Ende April war nach Angaben der Gewerkschaft ohne ein Angebot der Arbeitgeberseite beendet worden. Dies führte zu einer Ausweitung der Proteste. Seit dem Start der Warnstreiks am 28. April haben sich bundesweit bereits weit über 10.000 Beschäftigte beteiligt.
Kritik an Verhandlungsstrategie der Telekom
Erstmals wurden auch Mitarbeiter der Deutschen Telekom Privatkunden-Vertrieb GmbH, der Deutschen Telekom Services Europe SE und der T-Systems International GmbH zu Solidaritätsstreiks aufgerufen.
Pascal Röckert, Arbeitskampfleiter bei Verdi, kritisiert die Haltung des Konzerns. „Im täglichen Geschäft fordern die Arbeitgeber ‘radikale Zusammenarbeit’ im gesamten Konzern. In Tarifverhandlungen verweigern sie sich allerdings, für alle Konzerneinheiten gemeinsam zu verhandeln“, so Röckert. Die hohe Beteiligung auch aus anderen Unternehmensteilen sei daher erfreulich.