Das Polizeipräsidium Koblenz hat am Dienstag seine Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Die Bilanz fällt überwiegend positiv aus: Die Zahl der Straftaten ist deutlich gesunken, während die Aufklärungsquote den höchsten Wert der letzten fünf Jahre erreicht hat.
Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 61.992 Straftaten im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums, das vom Westerwald bis nach Koblenz reicht. Das sind rund 6,2 Prozent weniger als 2024. Gleichzeitig konnten die Beamten 64,7 Prozent der Fälle aufklären. „Die Menschen in unserer Region leben sicher“, lautet das Fazit von Polizeipräsident Jürgen Süs. Die Zahlen zeigten, dass die Polizei „fühl- und messbar gute Arbeit leistet“.
Rückgang bei Gewalt- und Drogendelikten
Besonders erfreulich ist der Rückgang der Gewalt im öffentlichen Raum, die um mehr als ein Drittel abnahm. Auch Sachbeschädigungen auf Straßen und Plätzen, einschließlich Graffitis, wurden seltener angezeigt. Hier verzeichnet die Statistik einen Rückgang um 41,4 Prozent, was die Polizei unter anderem auf das Konzept „Saubere, sichere Stadt“ der Stadt Koblenz zurückführt. Ebenfalls gesunken sind die Fallzahlen bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und im Bereich der Rauschgiftkriminalität. Letzteres dürfte laut Polizei eine Folge des neuen Cannabisgesetzes sein.
Ein herausragender Fall im vergangenen Jahr war der Dreifachmord in Weitefeld im Westerwald am 6. April 2025, der die Menschen in der Region stark bewegte. Bei den „Straftaten gegen das Leben“ erreichte die Polizei mit 27 erfassten Fällen eine sehr hohe Aufklärungsquote von 96,3 Prozent.
Mehr Einbrüche und Bedrohungen im Netz
Sorgen bereiten der Polizei hingegen die gestiegenen Zahlen bei Wohnungseinbrüchen. Mit 825 Fällen wurden 16,7 Prozent mehr Einbrüche als im Vorjahr registriert. „Gerade diese Straftaten haben Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger“, räumt Süs ein. Ein neues Phänomen waren zudem Einbrüche in Solarparks, von denen es 26 Fälle gab. Hier habe man aber bereits in Zusammenarbeit mit den Betreibern Gegenmaßnahmen ergriffen.
Einen deutlichen Anstieg gab es auch bei Bedrohungsdelikten, deren Zahl um 8,1 Prozent auf 3.198 Fälle wuchs. Die Polizei erklärt dies zum einen mit einer Gesetzesänderung von 2021, die bereits niederschwelligere Drohungen unter Strafe stellt. Zum anderen verlagere sich die Tatbegehung zunehmend ins Internet. Die „suggerierte Anonymität“ in sozialen Medien senke die Hemmschwelle, so die Einschätzung der Experten. Polizeipräsident Süs betont abschließend, dass die Stärkung des Sicherheitsgefühls die Kernaufgabe bleibe, die man durch konsequente Strafverfolgung, Prävention und enge Zusammenarbeit mit den Bürgern erreiche.