Was der Konflikt im Iran für Autofahrer in Koblenz bedeutet

Der Krieg im Nahen Osten hat direkte Auswirkungen auch für Autofahrer in Koblenz und der Region Mittelrhein: Die Preise an den Zapfsäulen sind auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren gestiegen.

Was der Konflikt im Iran für Autofahrer in Koblenz bedeutet

Wer derzeit in Koblenz und der Region tankt, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor wenigen Tagen. Ein Liter Super (E5) kostete in der Region am 1. März durchschnittlich 1,80 bis 1,82 Euro. Für Super (E10) mussten Autofahrer 1,74 bis 1,75 Euro zahlen, für Diesel 1,68 bis 1,71 Euro zahlen. Das ist bundesweit der höchste Stand seit Mai 2024.

Im Vergleich dazu kosteten Super E5 zum Ende Dezember des Vorjahres 1,70 bis 1,71 Euro, Super E10 1,64 bis 1,65 Euro und Diesel 1,59 bis 1,60 Euro je Liter.

Hauptgrund für die steigenden Preise ist der Rohölmarkt, der seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran unter Druck steht. Aus dem Iran drohen Lieferausfälle.

Preisentwicklung nicht kalkulierbar

Merkurist hat mit Jürgen Doetsch (junior), dem Geschäftsleiter der Erich Doetsch Mineralölhandels KG in Andernach gesprochen. Das Unternehmen betreibt am Mittelrhein zahlreiche seiner insgesamt rund 100 ED-Tankstellen in den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Saarland. Eine Prognose, wie sich die Benzinpreise in den nächsten Tagen oder gar Wochen in der Region entwickeln könnten, konnte er nicht treffen: „Wir wissen genauso wenig wie alle anderen, wohin sich die Preise weiterentwickeln.“

Doetsch erklärte, dass die Tankstellenpreise nicht direkt an den Preis für Rohöl gebunden sind. „Wir verkaufen kein Rohöl, sondern Benzin und Diesel.“ Die Tanksorten werde von den großen Mineralölkonzernen wie zum Beispiel Shell und Exxon Mobil (Esso) eingekauft, erläuterte Doetsch.

Seit dem Wochenende habe sich der Preis für Benzin um durchschnittlich sieben Cent, der für Diesel sogar um 14 Cent netto erhöht. „Am Montag hat an unseren Tankstellen eine besonders hohe Nachfrage geherrscht, weil erwartet wird, dass die Preise noch weiter steigen werden“, sagte Doetsch. „Wir hoffen ein bisschen darauf, dass die Panik verfliegt und die Preise wieder etwas runter gehen.“

Blockade der Straße von Hormus?

Als besonders schwerwiegend schätzen Experten die Lage im Nahen Osten an der Straße von Hormus ein. Durch die schmale Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman fließt täglich rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports.

Seit Beginn der Angriffe am vergangenen Samszag sollen die iranischen Revolutionsgarden den Schiffsverkehr dort eingeschränkt haben. Laut Berichten wurden Schiffe per Funk aufgefordert, die Durchfahrt zu unterlassen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten. Zudem meldete der Oman einen Angriff auf einen Öltanker in der Meeresenge. Analysten warnen, dass eine ernsthafte Blockade unkalkulierbare Folgen für den Weltmarkt hätte.

Benzin und Diesel abends günstiger

Unabhängig vom kriegerischen Konflikt im Nahen Osten gilt: Freie Tankstellen sind häufig etwas günstiger, während Autobahntankstellen (an der A48/A61) deutlich teurer sein können. Die Preise schwanken zudem stark im Tagesverlauf. Das Tanken ist am Abend (meist zwischen 18 und 22 Uhr) in der Regel deutlich günstiger als am Morgen.

In den vergangenen beiden Jahren waren die Preise an den Zapfsäulen in Deutschland relativ stabil gewesen. Und das überraschender Weise trotz des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine.