Aus für Krankenhaus Boppard: Landrat bestätigt Schließung

Das Krankenhaus in Boppard wird geschlossen. Das hat der Landrat des Kreises Mayen-Koblenz, Marko Boos, am Freitag bestätigt, obwohl zuvor über eine Vertagung der Entscheidung berichtet wurde.

Aus für Krankenhaus Boppard: Landrat bestätigt Schließung

Das Krankenhaus des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein (GK-Mittelrhein) in Boppard wird geschlossen. Das hat der Landrat des Kreises Mayen-Koblenz, Marko Boos (SPD), am heutigen Freitag auf Merkurist-Anfrage mitgeteilt. Obwohl eine für Freitag angesetzte Gesellschafterversammlung formal verschoben wurde, sei die Entscheidung endgültig.

Die Verschiebung sei aufgrund eines „kleinen Formfehlers“ erfolgt, so Boos. Er stellte jedoch klar: „Das hat nichts damit zu tun, dass wir uns das nochmal überlegen.“ Das Aus für den Standort sei beschlossen, da der Landkreis Mayen-Koblenz als einer der Hauptgesellschafter nicht bereit sei, ein Krankenhaus im benachbarten Rhein-Hunsrück-Kreis zu finanzieren.

Hintergründe des Finanzstreits

Boos schilderte die gescheiterten Verhandlungen, die zur Schließung führten. Demnach hatten der Kreis Mayen-Koblenz und die Stadt Koblenz dem Rhein-Hunsrück-Kreis angeboten, den Standort Boppard weiterzuführen, wenn dieser sich finanziell beteilige. Konkret sei es um jeweils eine Million Euro für die Jahre 2026 und 2027 gegangen, um mögliche Verluste zu decken. Zudem wurde die Gründung einer eigenen Gesellschaft für die Klinik in Boppard vorgeschlagen, um dem Rhein-Hunsrück-Kreis und der Stadt Boppard mehr Mitspracherecht zu geben.

Dieses Angebot sei jedoch abgelehnt worden. Stattdessen habe der Rhein-Hunsrück-Kreis beschlossen, nach 2028 keine finanziellen Mittel mehr bereitzustellen und nicht in eine gemeinsame Gesellschaft einzutreten. Gleichzeitig habe man aber eine Betriebspflicht für das Krankenhaus bis 2031 gefordert. „Das kann ich keinem Bürger aus dem Kreis Mayen-Koblenz so verkaufen, dass wir das machen müssen“, erklärte Boos die Haltung seines Kreises.

Klares Bekenntnis zum Standort Mayen

Im selben Zug äußerte sich der Landrat auch zur Zukunft des Krankenhauses in Mayen, das ebenfalls zum GK-Mittelrhein gehört. Gerüchte über eine mögliche Gefährdung des Standorts wies er entschieden zurück. „Mayen wackelt nicht. Mayen wird nicht zugemacht“, betonte Boos.

Vielmehr werde der Standort Mayen „eher ausgebaut, erneuert, saniert“. Das Krankenhaus sei vom Ministerium als Sicherstellungskrankenhaus eingestuft und für die Region unverzichtbar, insbesondere für die Bereiche Pädiatrie und Geburtshilfe. „Dieses Krankenhaus ist für den Kreis Mayen-Koblenz das Wichtigste überhaupt“, so Boos. Entgegenstehende Behauptungen bezeichnete er als „Populismus“.