Die Sanierung des Koblenzer Stadttheaters macht Fortschritte. Das geht aus einem aktuellen Bericht hervor, den die Stadtverwaltung dem Haupt- und Finanzausschuss vorgelegt hat. Demnach schreiten die Arbeiten gut voran und der geplante Eröffnungstermin kann voraussichtlich gehalten werden. Der reguläre Spielbetrieb soll im Februar 2027 wieder aufgenommen werden (Merkurist berichtete).
Fortschritte im historischen Altbau
Die Sanierungsarbeiten am historischen Altbau des Theaters sind laut dem Bericht bereits weitgehend fertiggestellt. Unter anderem sind die Fassade und das mit Schiefer neu eingedeckte Dach erneuert. Im Foyer sind wichtige Installationen wie Sicherheitsbeleuchtung und Brandmeldeanlage abgeschlossen. Im oberen Foyer wurde die Decke komplett erneuert, die restaurierten Kron- und Wandleuchter sollen Mitte Oktober montiert werden. Auch das Tonstudio wurde komplett neu gebaut und die Regieräume saniert.
Im Zuschauerraum ist die Theatertechnik ebenfalls fertig. Hier stehen im Oktober noch Malerarbeiten und die Restaurierung von Dekomalereien an den Rängen aus. Die Baustellencontainer auf dem Deinhardplatz wurden bereits abgebaut, die Wiederherstellung des Platzes hat am Montag, dem 7. September, begonnen. Erste Vorstellungen konnten sogar schon stattfinden: Am 13. und 14. September wurde das Puppentheaterstück „Arche Nora“ in einer Probebühne im Altbau vor Publikum aufgeführt.
Unerwartete Probleme im Anbau
Der Schwerpunkt der Arbeiten verlagert sich nun zunehmend auf den neueren Gebäudeteil in der Clemensstraße. Während in den oberen Etagen, wo sich unter anderem die Kostümabteilung und der Malsaal befinden, nur noch Restarbeiten anstehen, gibt es im Erdgeschoss erhebliche Verzögerungen. Dort mussten die Decke über der Kantine und der Pforte unerwartet vollständig abgerissen und durch eine Stahlbetondecke ersetzt werden.
Wie die Stadtverwaltung erklärt, hatte die alte Decke keine Tragfähigkeit mehr. Dieser Mangel sei zuvor durch eine abgehängte Decke und den Bodenaufbau im darüberliegenden Chorsaal verdeckt gewesen. In der Clemensstraße entsteht zudem eine neue Theaterkasse.
Kosten bleiben im Budgetrahmen
Die Kosten für das Projekt sind unterdessen gestiegen. Die Auftragssumme beläuft sich mit Stand vom 18. September auf rund 44,7 Millionen Euro. Zuvor lag sie bei etwa 41,4 Millionen Euro. Zusätzlich sind weitere Nachträge in Höhe von insgesamt 465.000 Euro angekündigt. Diese werden unter anderem für die Medientechnik, neue Scheinwerfer und die Installation einer Photovoltaikanlage benötigt. Laut Stadtverwaltung verbleibt nach Abzug dieser Posten noch ein finanzieller Puffer von rund 392.000 Euro. Damit bleibt das Projekt im Rahmen des vom Stadtrat genehmigten Budgets.
Die umfangreiche Sanierung des Stadttheaters läuft seit Juni 2024. Aufgrund der Verzögerungen, unter anderem durch die unvorhergesehenen Arbeiten im Erdgeschoss, musste der ursprüngliche Zeitplan angepasst werden. Zuvor war eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach der Sommerpause 2026 vorgesehen. In den kommenden Monaten stehen nun weitere Ausbauarbeiten sowie die Mängelbeseitigung an, bevor das Theater im Februar 2027 wieder seine Türen für das Publikum öffnet.