Nach Meteoriten-Einschlag in Koblenz: Dachdecker macht den Job seines Lebens

Ein Meteorit schlägt in ein Haus in Koblenz-Güls ein. Für einen Dachdecker aus Ochtendung wird die Reparatur zu einem einmaligen Auftrag, der sogar internationale Meteoritenjäger auf den Plan ruft.

Nach Meteoriten-Einschlag in Koblenz: Dachdecker macht den Job seines Lebens

Am 8. März schlug ein Meteorit in ein Wohnhaus in Koblenz-Güls ein und hinterließ ein fußballgroßes Loch im Dach. Den wohl einmaligen Auftrag, diesen „himmlischen Dachschaden“ zu beheben, erhielt Dachdeckermeister Robert Bartkowiak aus Ochtendung.

Der 42-Jährige erfuhr von dem kosmischen Volltreffer über Facebook, wie er berichtet. Einer seiner Mitarbeiter, der in Güls wohnt und den Hausbesitzer kennt, stellte schließlich den Kontakt her. „Die Feuerwehr hatte ja das Loch noch nachts provisorisch abgedichtet – und zwar richtig gut“, erzählt Bartkowiak. Nachdem sich der erste Trubel gelegt hatte, begutachtete er den Schaden und erstellte ein Angebot.

Der wohl tennisballgroße Meteorit durchschlug bei seinem Einschlag mit rund 500 km/h nicht nur die Schiefereindeckung. „Die Teile haben die Schiefereindeckung auf dem Dach durchschlagen und dann das Holzgebälk, die Dämmung und innen die Holzvertäfelung als Wandverkleidung sowie Fliesen zerstört“, beschreibt der Dachdeckermeister. Auch ein Fensterrahmen wurde beschädigt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Meteoritenjäger belagern Haus in Güls

Nach dem Einschlag wurde der Hausbesitzer regelrecht belagert. „Der Hausbesitzer war vorher wirklich belagert worden von den Medien und Meteoritensammlern. Die sind ihm bis in den Garten und fast aufs Dach gestiegen“, berichtet Bartkowiak. Auch er selbst wurde bei seiner Ankunft sofort von zwei internationalen Meteoritenjägern angesprochen, die ihm später sogar anboten, das Material von der Baustelle abzukaufen.

Die größeren Meteoriten-Fragmente hatte die Polizei zu diesem Zeitpunkt bereits sichergestellt. Bartkowiak sammelte das restliche kaputte Baumaterial mit möglichen Anhaftungen von „Sternenstaub“ in Tüten, um es dem Hauseigentümer zu übergeben. Die eigentliche Reparatur verlief dann ganz professionell: Zwei seiner Mitarbeiter waren einen Tag lang beschäftigt, um das Loch im Dach fachmännisch zu verschließen.

„Den Auftrag werde ich mir einrahmen“

Für den Handwerksmeister bleibt der Auftrag unvergesslich. Er schrieb sogar wörtlich in die Auftragsbeschreibung, dass der Schaden durch einen Meteoriteneinschlag verursacht wurde. „Den Auftrag werde ich mir einrahmen und im Büro an die Wand hängen“, ist sich der 42-Jährige sicher.

Ob er den Vorfall für Werbung nutzen wird, weiß Bartkowiak noch nicht genau. Er scherzt aber: „Vielleicht erwähne ich auf meiner Website künftig, dass ich nicht nur Dächer ganz klassisch saniere, sondern auch Meteoriteneinschläge repariere.“ Wichtiger sei ihm aber etwas anderes: Er hofft auf mehr Bewerbungen von Auszubildenden und Facharbeitern für seinen Betrieb.