Wende bei Novelis in Koblenz: So steht es um den Stellenabbau

Im Herbst 2025 kündigte Novelis an, fast 200 Stellen in Koblenz zu streichen. Nun gibt es Hoffnung: Laut IG Metall sind Kündigungen vermeidbar und eine Einigung bei der Entgeltsicherung in greifbarer Nähe.

Wende bei Novelis in Koblenz: So steht es um den Stellenabbau

Im Ringen um die knapp 200 bedrohten Arbeitsplätze beim Aluminiumhersteller Novelis in Koblenz gibt es positive Signale. Wie Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz, auf Anfrage von Merkurist mitteilt, zeichnet sich eine Lösung ohne betriebsbedingte Kündigungen ab. Im September 2025 hatte das Unternehmen angekündigt, bis zu 197 Stellen am Standort streichen zu wollen (wir berichteten).

Die aktuelle Situation bei Novelis sehe „sehr gut aus“, so Yener. Das Ziel, Kündigungen zu vermeiden und die Entgelte der Beschäftigten zu sichern, sei „greifbar nah“. Zwar müssten noch viele Vereinbarungen verhandelt und finalisiert werden, doch die Gespräche seien derzeit „äußerst konstruktiv“.

Einigung bis Ende Mai angestrebt

Ziel sei es, bis Ende Mai ein ganzheitliches Konzept zu verabschieden. Dieses soll sowohl den Forderungen des Arbeitgebers als auch dem Ziel der Gewerkschaft, die Arbeitsplätze zu erhalten, Rechnung tragen.

Seit der Ankündigung von Novelis im September, die Belegschaft deutlich zu reduzieren, hatten Betriebsrat und IG Metall für den Erhalt der Arbeitsplätze gekämpft. Die rund 1.400 Beschäftigten am Standort waren monatelang in Sorge. Die Gewerkschaft hatte einen Zukunftstarifvertrag gefordert, um den Standort und die Jobs langfristig zu sichern.

Sozialverträgliche Lösungen statt Kündigungen

Um betriebsbedingte Kündigungen zu umgehen, setzt die IG Metall auf verschiedene Instrumente. Laut Yener sind sozialverträgliche Lösungen der Schlüssel. Dazu gehören Freiwilligenprogramme, bei denen Mitarbeiter mit einer Abfindung das Unternehmen verlassen können, sowie Modelle zur Altersteilzeit.

Eine weitere Möglichkeit sei die Reduzierung der Arbeitszeit, um die vorhandene Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen. „Auch das wäre ein Weg, wie man Arbeitsplätze in der Region halten und sichern kann“, erklärt der Gewerkschafter.