David Langner bleibt Oberbürgermeister von Koblenz. Der Amtsinhaber erhielt bei der Urwahl bereits im ersten Wahlgang eine satte Mehrheit von 67,1 Prozent. Alle anderen Kandidaten lagen weit abgeschlagen dahinter.
Es war ein Durchmarsch! Einen Tag nach seinem 50. Geburtstag bescherten die Koblenzer ihrem Oberbürgermeister David Langner ein dickes Geschenk: Eine weitere achtjährige Amtszeit bis 2034. Die Wähler statteten ihn mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit aus. Allerdings war die Wahlbeteiligung so niedrig wie noch nie seit Einführung der OB-Urwahl 1994. Nur 44,5 Prozent der 83.500 Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Stell Dir vor, in Koblenz ist Wahl und keiner geht hin.
Vor acht Jahren – bei seiner ersten Wahl zum Oberbürgermeister hatte Langner 25.882 Stimmen bekommen und musste mit einem Anteil von 42,8 Prozent in die Stichwahl. Diesmal reichten 24.867 Stimmen für 67,1 Prozent. Klartext: Weniger Stimmen, aber mehr Prozente.
Für CDU-Gegenkandidat Ernst Knopp war der Wahltag eine riesige Enttäuschung. Er kam nur auf 21,7 Prozent. Er blieb damit deutlich hinter dem Ergebnis seiner Partei bei der Stadtratswahl vor einem Jahr (27,7 Prozent) und der Bundestagswahl im Februar (28,6 Prozent) zurück. Dem Wahlkampf des Wallersheimers fehlte der zündende Funke. Er wirkte fast wie der ältere Bruder von Amtsinhaber Langner. Das Motto des Karnevalisten „Ernst nehmen, Knopp wählen“ klang bemüht witzig. Warum die Koblenzer ihn dem bisherigen Amtsinhaber Langner vorziehen sollten, wurde irgendwie nicht so richtig klar.
Bemerkenswert auch die Ergebnisse für die anderen beiden OB-Kandidaten. AfD-Anwärter Markus Meixner kam nur auf 7,6 Prozent. Bei der Bundestagswahl vor sieben Monaten hatte seine Partei noch 14,7 Prozent erhalten. Vielleicht war der 32jährige selbst seinen eigenen Parteifreunden noch zu unbekannt und für die Wähler in seinen Forderungen zu radikal. Der Kandidat der Partei, David Dasbach, konnte nur 3,6 Prozent der Wähler für sich gewinnen. Er hatte seine Kandidatur ohnehin eher auf die leichte Schulter genommen und vor allem als Beitrag zur Demokratie begriffen.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse des Wahlabends?
Für den wiedergewählten OB Langner bedeutet das Ergebnis eine große Bürde. Eine Wiederwahl mit Zwei-Drittel-Mehrheit heißt: Die Bürger setzen große Erwartungen in ihn. Seine im Wahlkampf abgegebene „Garantie bis 2034“ muss er nun einlösen.
Für die CDU ist das Ergebnis ein herbe Schlappe. Sie muss – insbesondere nach den jüngsten Querelen mit den anderen Parteien – ihre Linie überdenken. Vor allem aber: Sie muss einen überzeugenden jungen Kandidaten für die nächste OB-Wahl aufbauen.
Für die AfD hat der Wahlausgang gezeigt, dass auch für sie die Bäume nicht in den Himmel wachsen und Koblenz viel bunter ist, als es die Partei gerne hätte.
Das Wichtigste aber bleibt die Frage, wie die Parteien mit der zunehmende Demokratiemüdigkeit der Bürger umgehen. Wenn weniger als Hälfte der Wahlberechtigten von ihrem demokratischen Recht Gebrauch machen, ist das ein Alarmruf. Wahlen sind das Hochamt der Demokratie. Und die Entscheidung, wer ihre Kommune in den nächsten Jahren führt, sollte alle Bürger interessieren.
Die Ergebnisse im Detail gibt es hier.