Der Gemeinderat in Arzbach hat am Montagabend, 11. Mai 2026, sein Einvernehmen für die Einrichtung eines Bordells in einem Wohnhaus verweigert. Es ist bereits der zweite Versuch einer Unternehmerin, in dem Ort unweit von Koblenz ein Etablissement dieser Art zu eröffnen. Das berichten unter anderem der SWR und die Rhein-Zeitung.
Konkret ging es in der Sitzung um die Nutzungsänderung eines Wohngebäudes in der Straße „Am Bierhaus“, in dem künftig Zimmer an Prostituierte vermietet werden sollten. Bereits im Februar hatte das Gremium einen ähnlichen Bauantrag der Unternehmerin für ein Bordell in einem ehemaligen Ausflugslokal in derselben Straße abgelehnt.
Sorge vor Lärm und „milieubedingter Unruhe“
Die Gemeinde begründet ihre Ablehnung nicht mit moralischen Bedenken, sondern mit städtebaulichen Sorgen. Laut der ausführlichen Begründung des Rats fügt sich das Vorhaben nicht in die wohngeprägte Umgebung ein. Ein geplanter Betrieb rund um die Uhr sei mit dem Umfeld nicht vereinbar. Befürchtet werden Lärm durch den ständigen Zu- und Abgangsverkehr sowie eine „typischerweise verbundene milieubedingte Unruhe“. Gegenüber dem SWR erklärte Ortsbürgermeister Klaus Poetzsch (SPD), man wolle keinen „Rotlichtbezirk“ im Ort.
Zudem sei die Parksituation problematisch. „Die am Gebäude vorhandenen Stellplätze reichen entsprechend den Ausführungen der Verbandsgemeindeverwaltung nicht aus“, heißt es in der Begründung der Ortsgemeinde. Würden Parkplätze eines anderen Grundstücks genutzt, müssten Kunden einen rund hundert Meter langen, schlecht beleuchteten und ungesicherten Weg zum Haus zurücklegen. Die Gemeinde befürchtet außerdem, dass ortsunkundige Kunden versehentlich an den falschen Häusern klingeln und so die Anwohner belästigen könnten.
Bürgerinitiative sammelt über 400 Unterschriften
Da der erste Antrag für das benachbarte Gebäude weiterhin aufrechterhalten wird, sieht der Rat die Gefahr, dass es zu einer Konzentration solcher Betriebe kommen könnte, was die Belastung für das Wohnumfeld zusätzlich verstärken würde.
Auch in der Bevölkerung regt sich Widerstand. Eine Bürgerinitiative hat eine Petition gegen die Bordell-Pläne gestartet und nach eigenen Angaben bereits über 400 Unterschriften gesammelt. Initiator Günter Kläs richtet eine zentrale Frage an die Entscheidungsträger: „Wollen Sie, dass Ihre Kinder in einem solchen Umfeld leben?“ Die Unterschriftenliste soll dem Landrat übergeben werden.