Der Verein habe sich „kurzfristig“ aus dem Projekt zurückgezogen, heißt es in einer Vorlage für den Stadtrat. Damit zog der Verein offenbar die Konsequenzen aus den Bedenken der Anwohner gegen die Ansiedelung der Wald-Kita. Zudem hatte es Vorwürfe gegen die SenseAbility Academy und ihrer Vorsitzenden Asha Scherbach bei einer anderen Wald-Kita gegeben. Die Behörden hatten dem Verein kürzlich mit Verweis auf das Sozialgesetzbuch die Betriebserlaubnis für die Wald-Kita in Warmbach (Baden-Württemberg) entzogen (Merkurist berichtete).
Jetzt will die Stadt Koblenz die Kita selbst betreiben, da sich kein anderer Träger gefunden habe. „Um das Projekt fortzuführen und die Waldkita auf der Karthause zu betreiben, ist daher eine städtische Betriebsträgerschaft erforderlich.“ Daddurch komme die Stadt auch den „Sorgen der Anwohner“ entgegen. Die Wald-Kita soll zwischen Panoramaweg und Norwichstraße auf der Karthause angesiedelt werden.
Stadt als „hoheitlicher Träger“ geplant
Viele Bewohner hatten sich vor allem wegen des zu erwartenden Verkehrs durch Eltern gegen die Ansiedelung gewehrt. Eine geplante Info-Veranstaltung zur Wald-Kita war im April kurzfristig abgesagt worden. Die Stadt als „hoheitlicher Träger“ könne die Parkplatz-Regelungen für den Hol- und Bringverkehr der Kita „besser und verbindlicher umsetzen, als dies einem freien Träger möglich wäre“, heißt es in der Vorlage für den Stadtrat. „Dies würde sich positiv auf die Betriebsabläufe der Wald-Kita auswirken und helfen, einen dauerhaften Bestand zu sichern.“
Die Verwaltung muss nun im Haushalt vier zusätzliche Erzieher-Stellen für die Wald-Kita schaffen. Mehrkosten seien nicht zu erwarten, da die SenseAbility Academy eine Vollfinanzierung durch die öffentliche Jugendhilfe erhalten hätte.