Ein Jahr nach Brand: Neue Heimat für Engerser Karnevalswagen in Planung

Der Lokschuppenbrand in der Silvesternacht 2024/2025 traf die Große Engerser Karnevalsgesellschaft hart – Wagen, Bühnenbilder und Deko gingen verloren. Ein Jahr später ist klar: Eine neue Halle kommt, aber anders als früher.

Ein Jahr nach Brand: Neue Heimat für Engerser Karnevalswagen in Planung

„Viel übrig gelassen hat der Brand nicht“, hatte Vereinspräsident Ansgar Schunkert kurz nach dem Feuer gesagt. An der Lage hat sich zwar einiges verbessert, „alles wie vorher“ ist es jedoch noch nicht. Denn die Halle ist weg, und „die kommt auch so nicht mehr wieder“, so Schunkert.

Damit die Session trotzdem stattfinden kann, springt weiterhin das karnevalistische Netzwerk ein: Wagenbau war in den vergangenen Monaten bei befreundeten Vereinen in Nachbarorten möglich. Der Elferratswagen steht zudem kostenfrei bei einer Spedition in Bendorf . Für den Verein ist das eine spürbare Entlastung, weil Lager- und Arbeitsflächen im Wagenbau entscheidend sind, gerade wenn die Termine näher rücken.

Neubau statt Wiederaufbau: Standort auf dem Grundstück verschoben

Der Brand hatte den Lokschuppen in Neuwied-Engers vollständig zerstört. Gelagert waren dort neben Karnevalswagen auch Dekoration, Bühnenbilder und Hütten für den Weihnachtsmarkt. Bei dem Einsatz wurden damals fünf Feuerwehrkräfte verletzt.

Schon kurz nach dem Unglück war das Ziel formuliert: eine neue Wagenbauhalle. Inzwischen ist der Plan nach Angaben des Vereins „mitten in der Umsetzung“. Es gab Gespräche mit Stadt, Behörden und Architekt. Ein entscheidender Punkt: Am alten Standort wurden Bodenbelastungen festgestellt. Deshalb soll auf demselben Grundstück zwar wieder gebaut werden, aber nicht exakt dort, wo der Lokschuppen stand. Ein Gutachter habe die vorgesehene Fläche inzwischen freigegeben.

Zeitplan: Baustart im Frühjahr, Fertigstellung zum Jahresende

Der geänderte Bauantrag wurde laut Verein Mitte Januar bei der Stadt Neuwied eingereicht. Wenn die Genehmigungen wie erhofft laufen, könnte der Bau im Frühjahr oder Frühsommer starten. Schunkert rechnet damit, dass die Halle bis Ende des Jahres fertig sein könnte.

Für die kommende Wagenbau-Saison kommt der Neubau allerdings vermutlich zu spät: Prinzenteams beginnen „in der Regel direkt nach Karneval“ mit dem Bau für die nächste Session. Heißt: Auch nach Aschermittwoch wird die Engerser Karnevalsgesellschaft erneut auf Unterstützung angewiesen sein mit dem Wunsch, die Endmontage später vielleicht doch schon wieder in den eigenen vier Wänden zu schaffen.