Ob sich Menschen an ihrem Wohnort wohlfühlen oder über einen Umzug nachdenken, hängt meist von der Qualität der öffentlichen Versorgung ab. In diesem Zusammenhang hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) die Grundversorgung aller 10.817 deutschen Gemeinden im Rahmen des „IW-Gemeindechecks Daseinsvorsorge“ untersucht. In diesem Vergleich erhält Koblenz auf Platz 205 die Einstufung „sehr gut“ und gehört somit zu den obersten zwei Prozent in Deutschland.
Im Auftrag des Tabakkonzerns Philip Morris haben die IW-Forscher alle deutschen Gemeinden in den fünf Kategorien Bildung, Gesundheit, Mobilität, Digitales und Freizeit anhand von 17 verschiedenen Indikatoren bewertet. Dazu zählen beispielsweise die Erreichbarkeit von Ärzten, Schulen und Kitas, aber auch die Verkehrsanbindung und das Freizeitangebot.
Koblenz stark bei Gesundheit und Bildung
Während das oberbayerische Haar deutschlandweit den Spitzenplatz belegt, hebt sich Koblenz sehr positiv vom regionalen Trend ab, denn im Vergleich der Flächenländer gehört Rheinland-Pfalz insgesamt eher zu den schlechter platzierten Bundesländern.
Besonders stark schneidet die Stadt im Bereich Gesundheit ab (Platz 92). Für die Professorin für Wirtschaftsdidaktik, Silke Lange, von der Universität Koblenz ist das keine Überraschung. Gegenüber Merkurist erklärte sie, die Gründe dafür lägen in den „vielen Krankenhäusern, einer guten ärztlichen Versorgung und das Bundeswehrzentralkrankenhaus als wichtige Standortfaktoren.“
Auch die breite Bildungslandschaft mit insgesamt 47 Schulen, der Hochschule und Universität trägt laut Lange zur guten Platzierung im Bereich Bildung (Platz 144) bei. Das Freizeitangebot (Rang 462) wertet Lange ebenfalls als Stärke: „Mit der unmittelbaren Nähe zu Flüssen und vielen Grünflächen sind die Rahmenbedingungen für eine gute Freizeitgestaltung sehr gut.“
Potenziale bei Mobilität und Digitalisierung
Nachholbedarf gibt es laut der Studie hingegen bei der Mobilität (Platz 2.042) und der digitalen Infrastruktur (Platz 2.072). Laut Lange sei Koblenz durch Autobahn, Schienen im Nah- und Fernverkehr und Flughafennähe „sicherlich gut angebunden.“ Ein großer Vorteil sei zudem, dass das Wohnen hier im Vergleich zu den Metropolen, die bei der Mobilität oft besser abschneiden, günstiger sei. Das mache Koblenz gerade für Pendler zu einem äußerst attraktiven Wohnort.
Auch im Bereich Digitales sieht Lange Potenziale: Eine starke IT-Wirtschaft und ein breites IT-Ausbildungsangebot an der Universität würden „die Sichtbarkeit für entsprechende Themen und Bedürfnisse erhöhen.“
Attraktiver Standort für junge Menschen und Gründer
„Für junge Menschen ist Koblenz aus meiner Sicht ein attraktiver Standort, weil Ausbildung, Studium, Berufseinstieg und langfristige Entwicklungsmöglichkeiten eng miteinander verbunden sind,“ erläutert Lange.
Zudem entwickle sich die Region immer mehr zu einem Zentrum für Start-ups. „Koblenz etabliert sich zunehmend als Gründungsstandort mit sehr aktiven Gründungsbüros von Universität und Hochschule“, so die Professorin. Zusammen mit den guten beruflichen Aussichten entspreche dies genau den Wünschen, die junge Menschen heute an ihr Leben und ihren Wohnort haben.
Weitere Informationen gibt es auf der Seite des Instituts der deutschen Wirtschaft.