Schnelles Internet: So steht es um den Glasfaserausbau in Koblenz

Viele Koblenzer fragen sich, wann sie Glasfaser bekommen. Der Ausbau läuft, doch ein Datum für alle gibt es nicht. Ein Überblick über den aktuellen Stand und die Pläne der Anbieter bis 2030.

Schnelles Internet: So steht es um den Glasfaserausbau in Koblenz

Wie ist der aktuelle Stand des Glasfaserausbaus in Koblenz und wann können alle Haushalte mit einem Anschluss rechnen? Diese Frage, die ein Leser via Snip-Funktion an die Merkurist Redaktion gerichtet hat, beschäftigt derzeit viele Menschen. Eine Recherche bei der Stadt und den Netzbetreibern zeigt: Der Ausbau schreitet voran, doch bis zur vollständigen Versorgung wird es noch einige Jahre dauern.

Der Glasfaserausbau in Koblenz wird von mehreren Unternehmen parallel vorangetrieben. Das bedeutet auch, dass der Zeitpunkt für einen Anschluss stark vom jeweiligen Stadtteil und sogar von der genauen Adresse abhängt. Die wichtigsten Akteure sind die Deutsche Telekom, Vodafone, 1&1 sowie die OXG Glasfaser GmbH.

Mehrere Anbieter bauen das Netz in Koblenz aus

Die Deutsche Telekom hat laut städtischen Angaben eine Vereinbarung, ein flächendeckendes Glasfasernetz in 22 Stadtteilen zu errichten. Dabei wird die Glasfaserleitung direkt bis ins Haus gelegt (FTTH). Von diesem Netz können nach Angaben der Telekom bereits bis zu 32.800 Haushalte profitieren, unter anderem in Lützel, Neuendorf und Arenberg.

Daneben sind weitere Anbieter am Markt aktiv, die teils andere Technologien nutzen. So meldet Vodafone über 53.000 sogenannte Kabelglasfaser-Anschlüsse in Koblenz, die über das Fernsehkabelnetz ebenfalls Gigabit-Geschwindigkeiten ermöglichen. 1&1 versorgt zusätzlich rund 3.100 Haushalte in Neuendorf. Da es sich um unterschiedliche Netze und Technologien handelt und sich die Versorgungsgebiete teils überschneiden, können diese Zahlen nicht einfach addiert werden.

Seit Mitte 2025 ist die OXG Glasfaser GmbH in Koblenz aktiv und ergänzt damit die laufenden Arbeiten anderer Anbieter. Das Unternehmen hat mit dem Ausbau für mehr als 7.100 Haushalte begonnen. Ein wichtiger Partner ist dabei die Koblenzer Wohnungsbaugesellschaft, über die allein mehr als 2.000 Wohneinheiten an das Netz angeschlossen werden. OXG baut ein sogenanntes offenes Netz. Das bedeutet, dass Anwohner später frei entscheiden können, bei welchem Anbieter sie ihren Internettarif buchen möchten.

Zielmarke 2030 für flächendeckendes Netz

Der Ausbau befindet sich in den Stadtteilen in unterschiedlichen Phasen. Laut der Telekom sind die Arbeiten in Arenberg bereits abgeschlossen. In Lützel und Neuendorf befindet sich der Ausbau noch in der Umsetzung. Der Ausbau erfolgt schrittweise, oft Straße für Straße. Sobald ein Bauabschnitt fertig ist, können Anwohner dort bereits einen Anschluss buchen.

Die Firma OXG gibt ebenfalls einen detaillierten Einblick: In Lützel und einem Teil von Neuendorf läuft die Bauphase. In den Stadtteilen Wallersheim, Goldgrube, Rauental, Moselweiß sowie einem weiteren Teil von Neuendorf hat die Anmeldephase begonnen. Anwohner können sich hier für einen Anschluss registrieren.

Anwohner und Immobilienbesitzer, die in einem Ausbaugebiet leben, können sich auf den Webseiten der jeweiligen Anbieter über die Verfügbarkeit an ihrer Adresse informieren. Während der Bauphasen ist der Hausanschluss oft kostenlos. Voraussetzung ist in der Regel die Zustimmung des Immobilieneigentümers.

Einen konkreten Termin, an dem ganz Koblenz versorgt sein wird, nennen weder die Stadt noch die Netzbetreiber. Die vertragliche Grundlage mit der Deutschen Telekom sieht jedoch vor, dass der Ausbau in den 22 Stadtteilen spätestens bis Ende 2030 abgeschlossen sein soll.