Depot-Filiale im Koblenzer Löhr Center schließt

Die Betreibergesellschaft der Deko-Kette Depot stellt den Betrieb ein. Doch Inhaber Christian Gries will die Marke retten und plant mit einer kleineren Mannschaft weiterzumachen.

Depot-Filiale im Koblenzer Löhr Center schließt

Die Betreibergesellschaft der bekannten Deko-Kette Depot, die GDC Deutschland GmbH, stellt Ende September ihren Geschäftsbetrieb ein. Das berichten übereinstimmend die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und die Lebensmittelzeitung. Die Mitarbeiter seien am Mittwoch, 26. August, über diesen Schritt informiert worden.

Betroffen von den Schließungen ist jetzt auch der Store im Löhr Center in Koblenz. Auf telefonische Anfrage von Merkurist bestätigte eine Mitarbeiterin: „Ja, wir schließen voraussichtlich am 30. September. Jetzt haben wir Ausverkauf.“

Für die Region Koblenz hatte der Sanierungskurs bereits zuvor konkrete Folgen gehabt. (Merkurist berichtete): Die Depot-Filiale im Gewerbepark in Mülheim-Kärlich hatte schon am vergangenen Samstag, 29. August, letztmals geöffnet. Bessere Nachrichten hatte es bislang noch für Kunden und Mitarbeitende in Koblenz gegeben. Die Filiale im Löhr Center hatte nicht auf der früheren Schließungsliste gestanden. Im Untergeschoss des Centers in der Koblenzer Innenstadt lief der Betrieb weiter.

Arbeitsverhältnisse und Mietverträge gekündigt

Nun werden sämtliche Arbeitsverhältnisse sowie die Mietverträge der Filialen zum 30. September gekündigt. Betroffen seien rund 730 Beschäftigte. Als Grund für die Entscheidung habe Inhaber Christian Gries Masseunzulänglichkeit genannt. Das bedeutet, das Vermögen des Unternehmens reicht nicht aus, um alle Schulden zu bezahlen.

Noch vor wenigen Wochen hatte es für Depot hoffnungsvoller ausgesehen. Es war geplant, 50 eigene Filialen sowie 80 Shop-in-Shop-Flächen weiterzuführen. Im Mai, als das Unternehmen zuletzt Insolvenz angemeldet hatte, gab es noch etwa 150 eigene Standorte.

Inhaber will Marke Depot retten

Für die Marke Depot müsse dies laut Gries aber nicht das endgültige Aus bedeuten. Er wolle die Marke, die in seinem Eigentum stehe, in eine andere Gesellschaft überführen und mit einer kleineren Mannschaft weitermachen. „Wir werden mit den Vermietern in Dialog gehen, um neue Mietverträge abzuschließen. Depot wird nicht verschwinden“, wird Gries von der dpa zitiert.

Wie viele und welche der rund 50 verbliebenen Filialen erhalten bleiben könnten, sei allerdings noch offen. Auch über die Zukunft der kleineren Depot-Shops, die in Märkten von Einzelhändlern wie Rewe oder Edeka integriert sind, werde derzeit noch verhandelt.

Zweite Insolvenz in kurzer Zeit

Das Unternehmen mit Sitz im unterfränkischen Großostheim hatte bereits im Mai ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Als Gründe habe der Inhaber damals Zölle, die Konkurrenz durch Online-Plattformen wie Temu sowie die Kaufzurückhaltung der Verbraucher genannt.