Die Deko-Kette Depot befindet sich in einer tiefen Krise und setzt ihren Schrumpfkurs fort. Bereits bis Ende Juli hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben 70 Standorte aufgegeben. Nun sollen laut einem Bericht der Lebensmittelzeitung, der sich auf eine interne Liste beruft, weitere 27 Filialen folgen.
Insidern zufolge sieht das aktuelle Sanierungskonzept vor, dass deutschlandweit nur noch 50 Geschäfte bestehen bleiben. Das Unternehmen soll das Ziel verfolgen, das Insolvenzverfahren bis Mitte September oder Mitte Oktober abzuschließen.
Sanierung in Eigenverwaltung
Hintergrund der Entwicklung ist die finanzielle Schieflage des Unternehmens. Die Betreibergesellschaft, die GDC Deutschland GmbH, hatte erneut einen Insolvenzantrag gestellt und setzt die Sanierung nun in Eigenverwaltung fort (Merkurist berichtete). Das bedeutet, dass die bisherige Geschäftsführung das Unternehmen selbst durch die Krise steuern kann. Als Gründe für die Schwierigkeiten gelten die anhaltende Konsumzurückhaltung und die wachsende Konkurrenz durch den Onlinehandel.
Auswirkungen auf Mülheim-Kärlich und Koblenz
Für die Region hat der Sanierungskurs konkrete Folgen: Die Depot-Filiale im Gewerbepark in Mülheim-Kärlich gehört zu den Standorten, die geschlossen werden. Dort läuft bereits ein Räumungsverkauf. Als letzter Öffnungstag ist Samstag, der 29. August, geplant.
Vorerst gute Nachrichten gibt es hingegen für Kunden in Koblenz. Die Filiale im Löhr Center steht nicht auf der aktuellen Schließungsliste. Auch vor Ort deutet derzeit nichts auf ein baldiges Ende hin, der Betrieb läuft wie gewohnt weiter. Welche Geschäfte langfristig zu den 50 verbleibenden Standorten gehören werden, ist allerdings noch nicht bekannt.