Gleich drei Jubiläen hat die Rhein-Mosel-Werkstatt (RMW) an ihrem Standort in Weißenthurm gefeiert. Das 25-jährige Bestehen der Betriebsstätte, 30 Jahre des Inklusionsunternehmens Polytec und 30 Jahre Qualitätsmanagement nach DIN-Norm wurden zum Anlass genommen, auf eine besondere Erfolgsgeschichte zurückzublicken. Wie die RMW mitteilt, stehen die drei Meilensteine für eine gemeinsame Überzeugung: wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Verantwortung gehören zusammen.
RMW-Geschäftsführer Frank Mehnert betonte in seiner Ansprache, dass es darum gehe, die Potenziale von Menschen sichtbar zu machen, statt sie auf ihre Einschränkungen zu reduzieren. „Arbeit bedeutet weit mehr als Beschäftigung. Arbeit schafft Teilhabe, Selbstvertrauen und Sichtbarkeit. Sie gibt Menschen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten einzubringen und als Teil unserer Gesellschaft wahrgenommen zu werden“, so Mehnert.
Der Mensch im Mittelpunkt
Der Technische Leiter Dirk Schaal erinnerte an die Anfänge und den Mut der damaligen Verantwortlichen. Insbesondere die Entscheidung, einen spezialisierten Standort für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung zu gründen, sei damals nicht selbstverständlich gewesen. Heute hat sich Weißenthurm laut Betriebsstättenleiter Peter Cron zu einem modernen Standort entwickelt, an dem berufliche Förderung und wirtschaftliche Anforderungen erfolgreich verbunden werden.
Ein zentraler Baustein ist dabei das Inklusionsunternehmen Polytec Packaging, das sein 30-jähriges Bestehen feiert. Es gilt als frühes Beispiel dafür, wie Menschen mit und ohne Behinderung erfolgreich zusammenarbeiten können. Über die Jahrzehnte hat sich Polytec als verlässlicher Partner für die Industrie etabliert und gezeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung keine Gegensätze sein müssen.
Qualität als Haltung
Ein weiteres Jubiläum, das die Entwicklung maßgeblich prägte, ist die seit 30 Jahren durchgehende Zertifizierung des Qualitätsmanagements. Dies sei jedoch weit mehr als nur Bürokratie, wie der Qualitätsmanagementbeauftragte Christoph Michels erklärte. „Qualitätsmanagement soll den Menschen dienen – nicht umgekehrt“, betonte er. Gute Prozesse würden Freiräume für die eigentliche Aufgabe schaffen: die Begleitung von Menschen.
Andreas Koriath vom TÜV Süd würdigte diese außergewöhnliche Beständigkeit. Drei Jahrzehnte erfolgreicher Zertifizierung seien der Ausdruck einer Organisation, die Qualität nicht als Pflicht, sondern als Haltung verstehe. Bei der Feier waren sich Gäste und Mitarbeitende einig, dass der Blick zurück vor allem als Motivation für die Zukunft dient, um den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.