Geplante Wald-Kita in Koblenz: Anwohner halten Genehmigung für rechtswidrig

Eine neue Wald-Kita auf der Karthause in Koblenz sorgt weiterhin für Streit. Anwohner fürchten ein Verkehrschaos und halten die Genehmigung für rechtswidrig. Nun gibt es zwei Info-Abende.

Geplante Wald-Kita in Koblenz: Anwohner halten Genehmigung für rechtswidrig

Die Pläne für eine neue Wald-Kita auf der Koblenzer Karthause sind von Anfang an umstritten (Merkurist berichtete). Während die potenzielle Betreiberin nun zu zwei Informationsabenden einlädt, kündigen Anwohner an, kritische Fragen zu stellen.

Wie die Rhein-Zeitung berichtete, will die potenzielle Betreiberin, Asha Scherbach, am Dienstag, 14. April, und Mittwoch, 15. April, Details zum Projekt „Die bunten Vielfalter Koblenz“ vorstellen. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr im Spielhaus am Moselufer in der Kastorstraße 17. Laut Scherbach sind Eltern, Erzieher und alle Interessierten eingeladen. Sie und ihr Team wollen das Konzept, den Tagesablauf und weitere Details zum Betrieb des Waldkindergartens erläutern. Geplant ist eine Gruppe für 20 Kinder mit Betreuungszeiten von 7.45 bis 15.15 Uhr.

Anwohner befürchten Verkehrschaos

Hauptkritikpunkt der Anwohner ist die Verkehrsanbindung. Sie befürchten, dass zu viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen. Der kürzeste Weg zum Bauwagen der Kita, der als Treffpunkt und Aufenthaltsort dient, führt durch die enge und kurvige Norwichstraße. Dort gibt es kaum Parkplätze, was besonders am Morgen zu Problemen führen könnte. Dabei ist die Anbindung nicht diejenige, die den Planungen der Stadt und deren erteilter Genehmigung entspricht.

Eine Bürgerinitiative (BI) hält den Betrieb der Kita am geplanten Standort sogar für rechtswidrig.

„Es besteht kein Zweifel daran, dass das Handeln der Stadt rechtswidrig ist, weil die Baugenehmigung gegen die eigene Stellplatzsatzung der Stadt verstößt und das Bauvorhaben in mehreren Punkten der Baugenehmigung widerspricht. Dies ist der Stadt auch bekannt“, erklärt der Sprecher der Initiative, Michael Grohmann. Allerdings können die Anlieger trotz des rechtswidrigen Aufstellens des sogenannten Bauwagens dagegen nicht vorgehen, weil das Gesetz diese Möglichkeit nicht zuläßt."

„Es gibt überhaupt keinen Zweifel daran, dass die Baugenehmigung der Stadt rechtswidrig ist“, erklärt der Sprecher der Initiative, Michael Grohmann. Allerdings seien die Klagemöglichkeiten für Anlieger gesetzlich sehr schwammig formuliert, solange keine nachbarschaftsrechtlichen Aspekte betroffen seien.

Offene Fragen vor geplantem Start

Die Bürgerinitiative will die Info-Abende nutzen, um grundlegende Fragen zu stellen. „Wir sind sehr gespannt darauf, ob den Eltern der Kinder, die die Einrichtung besuchen sollen, bewusst ist, dass laut Genehmigung die Zuwegung zum Standort der Wald-Kita über den Parkplatz Weimarer Straße erfolgt, der mehrere hundert Meter von der Wald-Kita entfernt ist“, erklärt Grohmann. Von dort aus muss auch die komplette Ver- und Entsorgung für die Tagesstätte geleistet werden.

Die Betreiberin Asha Scherbach kenne die Bedenken von anderen Standorten wie es im Bericht der Rhein-Zeitung heißt. Die gebürtige Koblenzerin leitet bereits 14 Waldkitas, vor allem in Baden-Württemberg und Hessen. Dort habe es nie Verkehrsprobleme gegeben, obwohl es anfangs ähnliche Ängste gab.

Der Start für die Koblenzer Wald-Kita ist für Anfang Juni geplant, allerdings sind die Verträge noch nicht unterschrieben und die endgültige Genehmigung steht noch aus. Außerdem wird noch eine Erzieherin gesucht.