Wer in Koblenz umziehen möchte, muss je nach Stadtteil mit gewaltigen Preisunterschieden rechnen. Der Wohnungsmarkt in der Stadt entwickelt sich immer weiter auseinander. Das geht aus dem neuen Immobilienmarktbericht 2026 hervor, den die Sparkasse Koblenz veröffentlicht hat.
Laut den Experten der Sparkasse gibt es keinen einheitlichen Trend mehr. Weil bundesweit und auch in Koblenz der Neubau von Wohnungen stockt, weichen viele Menschen auf bestehende Immobilien aus. Dies führt zu einer starken Ausdifferenzierung der Preise in den einzelnen Stadtteilen.
Die Durchschnittswerte für Gesamt-Koblenz
Um die Unterschiede der einzelnen Stadtteile besser einordnen zu können, lohnt sich ein Blick auf die Durchschnittswerte für das gesamte Stadtgebiet von Koblenz: Im stadtweiten Durchschnitt kostet ein Haus in Koblenz 366.850 Euro. Die Spanne über alle Lagen reicht von 85.400 Euro bis über 1,08 Millionen Euro.
Wer eine Eigentumswohnung im Stadtgebiet kauft, zahlt im Schnitt einen Quadratmeterpreis von 3.190 Euro (die Preisspanne liegt zwischen 1.640 und 5.330 Euro/m²). Die durchschnittliche Nettokaltmiete über ganz Koblenz hinweg liegt aktuell bei 10,35 Euro pro Quadratmeter (die Spanne reicht von 6,15 Euro in einfachen Lagen bis zu 20,20 Euro/m² in absoluten Top-Lagen).
Hier ist Wohnen in Koblenz am teuersten
Wenig überraschend gehört der Stadtteil Oberwerth zu den teuersten Wohngegenden. Ein Haus kostet hier im Schnitt 511.200 Euro, in Spitzenlagen werden sogar über eine Million Euro fällig. Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen liegen hier bei 3.250 Euro/m² (Spitzenwerte bis zu 5.230 Euro/m²).
Ähnlich teuer ist es in der Koblenzer Kernstadt mit Altstadt, Mitte und Südvorstadt. Dort ist der Durchschnittspreis einer Wohnung 3.130 Euro/m² (Spitzenwerte bis 5.330 Euro/m²). Bei den Mieten in sehr guten Lagen werden bis zu 20,20 Euro pro Quadratmeter verlangt. Im noblen Oberwerth liegen die Mieten in Top-Wohnlage bei bis zu 18,80 Euro.
Während die Preise für Häuser im stadtweiten Schnitt leicht um 3,4 Prozent nachgegeben haben, zogen die Kosten für Eigentumswohnungen in einigen Vierteln kräftig an. Besonders stark war der Anstieg in Lützel, Neuendorf und Wallersheim mit einem Plus von 8,3 Prozent. Auch in Bubenheim (+6,0 Prozent) und Rübenach (+5,7 Prozent) wurden Wohnungen deutlich teurer.
Günstige Mieten und Schnäppchen im Umland
Bezahlbaren Wohnraum finden Suchende vor allem in Stadtteilen mit einfacheren und mittleren Lagen. Die günstigsten Mieten gibt es laut dem Bericht in Bubenheim, wo Wohnungen bereits ab 6,15 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. In Kesselheim liegt die Durchschnittsmiete bei 9,10 Euro. Auch die Höhenstadtteile Arenberg, Arzheim und Immendorf sind mit einer Durchschnittsmiete von 9,50 Euro vergleichsweise moderat.
Die günstigsten Durchschnittspreise für Häuser finden sich in Ehrenbreitstein und Niederberg mit durchschnittlich 229.000 Euro, dicht gefolgt von Lützel, Neuendorf und Wallersheim mit 299.700 Euro sowie Goldgrube und Rauental mit 318.600 Euro. Am wenigsten zahlen Käufer für Eigentumswohnungen im Schnitt in Kesselheim mit einem Quadratmeterpreis von 2.410 Euro, gefolgt von Arenberg, Arzheim und Immendorf sowie Lay und Moselweiß mit jeweils 2.680 Euro/m².
Wem es in der Stadt zu teuer wird, für den könnte das direkte Umland eine Alternative sein. In der Region Weißenthurm liegt die Durchschnittsmiete bei 8,50 Euro pro Quadratmeter. Noch günstiger ist es in der Region Urmitz. Die Experten weisen jedoch darauf hin, dass der energetische Zustand einer Immobilie die Preise stark beeinflusst. Niedrigere Kaltmieten bei unsanierten Objekten können durch höhere Nebenkosten schnell wieder ausgeglichen werden.
Der Immobilienmarktbericht der Sparkasse Koblenz ist hier einsehbar.