Die Sparkasse Koblenz hat am Mittwoch ihren neuen Immobilienmarktbericht 2026 vorgestellt. Die Analyse zeigt einen robusten Markt, warnt aber zugleich vor einem drastischen Wohnungsmangel in Deutschland, der sich auch in Koblenz und der Region Mayen-Koblenz immer deutlicher bemerkbar macht.
Deutschlandweit setzte sich der Negativtrend beim Wohnungsbau auch im vergangenen Jahr fort. Laut dem Bericht wurden 2025 nur rund 175.000 Wohnungen fertiggestellt – etwa 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Prognose der Experten ist düster: Für das kommende Jahr wird ein Mangel von über 800.000 Wohnungen vorhergesagt. Als Gründe für die Flaute am Bau nennt die Sparkasse die seit 2020 stark gestiegenen Baukosten, den Fachkräftemangel sowie strenge gesetzliche Anforderungen.
Preise für Wohnungen und Mieten in Koblenz ziehen an
Diese Entwicklung schlägt sich auch auf die Kaufpreise von Bestandswohnungen in Koblenz nieder. Hier stiegen die Preise im vergangenen Jahr um fünf Prozent. Auch die Mietpreise klettern weiter nach oben. Bei Neuvermietungen in Koblenz fiel die Erhöhung mit rund zwei Prozent zwar moderat aus, doch die Schere zwischen Bestands- und Neuvertragsmieten geht laut den Experten der Sparkasse immer weiter auseinander.
Anders sieht die Entwicklung bei Einfamilienhäusern aus. Hier sind die Kaufpreise leicht rückläufig. Ein Grund dafür sei das Thema der energetischen Sanierung. Viele der in Koblenz verkauften Immobilien seien 30 Jahre und älter, sodass notwendige Sanierungskosten den Kaufpreis minderten, heißt es in dem Bericht.
Finanzierung wird wieder attraktiver
Trotz der angespannten Lage und gestiegener Zinsen verzeichnet die Sparkasse seit Beginn dieses Jahres wieder ein hohes Interesse am Immobilienmarkt. „Viele Menschen haben nicht nur den Wunsch, eine Immobilie zu erwerben, sondern trauen sich auch wieder eine Finanzierung zu“, erklärt Christoph Stibbe, Vorstand der Sparkasse Koblenz. Im Jahr 2025 begleitete das Geldinstitut nach eigenen Angaben fast 1.600 Familien in die eigenen vier Wände.
Für Kaufinteressenten ist die Zinsentwicklung der vergangenen Jahre dennoch deutlich spürbar. Die monatliche Belastung einer Finanzierung sei heute doppelt so hoch wie noch vor fünf Jahren. „Das heutige Zinsniveau ist in der langfristigen Entwicklung immer noch gut. Trotzdem bedeutet ein Zinsanstieg von einem Prozent eine Mehrbelastung von mehreren Hundert Euro monatlich“, erläutert Frank Roth, stellvertretendes Vorstandsmitglied. Aufgrund der immer höher steigenden Mieten rechnet die Sparkasse dennoch mit einem weiterhin erfolgreichen Jahr im Immobiliengeschäft.
Der Immobilienmarktbericht der Sparkasse Koblenz ist hier einsehbar.