Nach kurzen, aber intensiven Verhandlungen ist die Zukunft für die Beschäftigten der ZF-Division U in Koblenz und sechs weiteren Standorten gesichert. Wie die IG Metall Koblenz berichtet, wurde eine umfassende Einigung zur Ausgliederung der Sparte für Fahrerassistenzsysteme erzielt. Die Mitglieder am Standort Koblenz, dem größten der Division, stimmten dem ausgehandelten Paket am vergangenen Donnerstag einstimmig zu.
Die Vereinbarungen regeln den Übergang der Division in die neu gegründete Gesellschaft ZF CapriNewCo, die anschließend an Harman International Inc. verkauft werden soll. Seit Ende 2025 hatten IG Metall, Betriebsrat und ZF in rund fünf Runden verhandelt, bevor die Verträge am 6. März 2026 unterzeichnet wurden.
Umfassender Schutz für die Belegschaft
Für die Mitarbeiter gelten nun weitreichende Schutzregelungen. So sind betriebsbedingte Kündigungen für drei Jahre ausgeschlossen. In diesem Zeitraum bleibt die neue Gesellschaft auch Mitglied im Arbeitgeberverband, wodurch die Beschäftigten von künftigen Tariferhöhungen profitieren. Sollte das neue Unternehmen insolvent werden, haben die Mitarbeiter ein gesichertes Rückkehrrecht zu ZF.
Gehälter und soziale Leistungen wie Altersvorsorge oder Ertragsbeteiligungen bleiben ebenfalls garantiert. Zudem wird Koblenz, wo rund 270 der betroffenen Mitarbeiter tätig sind, zum Hauptsitz der neuen Firma. Für alle deutschen Standorte wurde ein Schutz vor Verlagerung vereinbart. „Mit den Vereinbarungen haben wir versucht, größtmöglichen Schutz und Sicherheit für die Beschäftigten zu erreichen“, erklärt Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz und Verhandlungsführer.
Blick in die Zukunft
Erdal Tahta, Betriebsratsvorsitzender am Standort Koblenz, sieht das klare Votum der Mitglieder als wichtiges Signal: „Ohne die Stärke der Mitgliedschaft wären Verhandlungen und Ergebnis in dieser Form nicht möglich gewesen.“ Nach der Abspaltung werden in der neuen Firma Betriebsratswahlen stattfinden.
Unabhängig von der Ausgliederung stehen am ZF-Standort Koblenz weitere wichtige Gespräche an. Bis zum 30. Juni 2026 soll ein neues Standort-Zielbild bis zum Jahr 2031 ausgehandelt werden. Dieses soll die Beschäftigung über die aktuell bis Ende 2026 geltende Sicherung hinaus garantieren. „Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten sind Zielbild-Vereinbarungen von enormer Bedeutung“, so Ali Yener.