Nach jahrelangem Leerstand nimmt die Sanierung von drei denkmalgeschützten Gebäuden am Florinsmarkt in Koblenz Fahrt auf. Wie der Investor Jan Leis im Gespräch mit dem SWR mitteilt, sollen die Arbeiten bis Ende 2027 abgeschlossen sein und das historische Ensemble wieder zu einem Anziehungspunkt werden.
Leis investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in das Projekt. Zu dem Ensemble gehören das Alte Kauf- und Danzhaus, das Schöffenhaus und der Bürresheimer Hof. Ein moderner Glasbau mit Treppenhaus soll die drei Gebäude künftig miteinander verbinden.
Im Inneren sind die Rückbauarbeiten bereits weitgehend abgeschlossen. Entstehen sollen ein Restaurant mit Dachterrasse im ersten Stock und eine Art Brauhaus im Erdgeschoss. Zudem ist ein Boardinghouse mit 64 Apartments für Kurz- und Langzeitgäste geplant. Auch historische Räume wie der Gewölbesaal und das Schöffenstübchen sollen wieder für Veranstaltungen zur Verfügung stehen.
Abstimmung mit Stadt und Denkmalpflege
Seit dieser Woche werden die Dächer der Gebäude instand gesetzt und gedämmt. Noch in diesem Jahr sollen neue Fenster eingebaut werden. Ziel ist es, die Umbauarbeiten bis Mitte kommenden Jahres abzuschließen, damit der Innenausbau beginnen kann. Alle Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit der Stadt Koblenz und der Denkmalpflege.
Größere Überraschungen erwartet der Investor nicht, da wichtige Fragen wie die Statik und der Hochwasserschutz bereits vom Voreigentümer geklärt wurden. Auch bei den Bauarbeiten freigelegte Überreste einer römischen Stadtmauer wurden bereits gesichert und restauriert.
Neuer Investor hat Koblenzer Wurzeln
Der gebürtige Koblenzer Jan Leis hat das Projekt im Oktober 2023 mit seiner JL Gruppe übernommen. Der vorherige Eigentümer Martin Görlitz hatte die Gebäude 2013 gekauft und bereits mehrere Millionen Euro in die Sanierung investiert. Dessen ursprüngliches Konzept, den Komplex als Bildungs- und Seminarzentrum zu nutzen, verfolgt Leis jedoch nicht.