Am Abend des 12. August 2026 ereignet sich über Europa zum ersten Mal seit 1999 wieder eine totale Sonnenfinsternis. Auch in Deutschland ist das Spektakel zu sehen, allerdings nur partiell. Klaus Völkel von der Sternwarte in Sessenbach im Westerwald erklärt, was das für Beobachter in der Region Koblenz bedeutet.
Was am Himmel passiert
Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond zwischen Sonne und Erde. Da die Umlaufbahn des Mondes um etwa fünf Grad gegenüber der Erdbahn geneigt ist, zieht er jedoch meistens knapp über oder unter der Sonne vorbei. Nur wenn der Himmelskörper bei Neumond genau die Bahnebene der Erde kreuzt, fällt sein Schatten auf unseren Planeten und es kommt zu dem Phänomen.
Während die Sonnenfinsternis am kommenden Mittwoch in Teilen Europas total ist, befindet sich Koblenz nicht im rund 250 Kilometer breiten Zentralschatten des Mondes. „Jeder, der davon weg ist, sieht die Sonne eben nur halb verfinstert“, erklärt Völkel.
Der beste Blick: Raus aus dem Rheintal
Um das Schauspiel erleben zu können, rät der Experte, sich einen erhöhten Standort zu suchen. „Wenn man unten im Rheintal bleibt, wird es sehr schlecht sein“, erläutert Völkel. Man brauche einen freien Blick nach Westen, da die Sonne während des Ereignisses untergeht. Ein guter Aussichtspunkt rund um Koblenz sei dabei beispielsweise der Kühkopf.
Ohne eine richtige Schutzbrille sei von der Verfinsterung jedoch kaum etwas zu sehen. „Mit dem bloßen Auge würde man gar nicht bemerken, dass der Mond die Sonne langsam verfinstert“, erklärt der Astronom. Über Koblenz wird die Sonne am Mittwochabend maximal zu etwa 89 Prozent vom Mond bedeckt werden. Diese Verdunklung beginnt um 19:19 Uhr, wird durch den Sonnenuntergang gegen 19:40 Uhr intensiviert und erreicht ihr Maximum um genau 20:13 Uhr.
Experte warnt vor „Sonnenbrand auf der Netzhaut“
Wer das Spektakel beobachten will, muss unbedingt seine Augen schützen. Völkel rät dringend zu einer zertifizierten Sonnenfinsternis-Brille. Von Alternativen wie normalen Sonnenbrillen, Schweißerbrillen oder Rettungsdecken aus dem Verbandskasten rät er ab. Diese ließen zu viel UV-Licht durch. „Man läuft Gefahr, sich einen Sonnenbrand auf der Netzhaut zuzuziehen“, warnt der Experte.
Für alle, die nach dem Sonnenuntergang noch mit den Augen am Himmel bleiben, hält sich möglicherweise noch ein weiteres Highlight bereit. In derselben Nacht erreicht nämlich auch der Perseiden-Meteorstrom seinen Höhepunkt und verspricht zahlreiche Sternschnuppen. Ob die beiden Spektakel in Koblenz letztlich zu sehen sein werden, hängt vom Wetter ab. Ein klarer, wolkenloser Himmel ist dazu nötig.