Auch wenn die Bundesgartenschau „Oberes Mittelrheintal“ erst in vier Jahren stattfindet, sind die Pläne für Lahnstein bereits konkret. Bei einem öffentlichen Rundgang durch die Rheinanlagen haben die Stadtverwaltung und die BUGA gGmbH vorgestellt, wie die 14 Hektar großen Ausstellungsflächen in Nieder- und Oberlahnstein umgestaltet werden sollen. Die Stadt soll von der Großveranstaltung langfristig profitieren.
„Die Bundesgartenschau ist eine große Chance für Lahnstein – nicht nur für die Stadtentwicklung, sondern auch für das Miteinander“, erklärte Oberbürgermeister Lennart Siefert bei der Begehung im Sommer dieses Jahres. Laut BUGA-Chefplaner Rick Vogel gehe es nicht nur um eine temporäre Ausstellung, sondern um eine nachhaltige Aufwertung der Parkanlagen. „Unsere Vision ist es, den Menschen in Lahnstein Flächen zu hinterlassen, die ihnen über Generationen hinweg Freude bereiten – bestenfalls für die nächsten 100 Jahre“, sagt Vogel.
Neue Brücke und Kletterturm am Hafen
Ein zentrales Projekt ist eine neue Fuß- und Fahrradbrücke über die Lahnmündung. Sie soll die Stadtteile Nieder- und Oberlahnstein verbinden und so ein zusammenhängendes BUGA-Gelände schaffen. Auch der Hafenbereich wird neu gestaltet. An der Molenspitze ist als Highlight für Sportbegeisterte ein Boulderturm geplant, eine freistehende Kletterwand.
Darüber hinaus werden die Rheinpromenaden und der Rheinpark saniert und die Lahnpromenade erneuert. Um die Aufenthaltsqualität zu steigern, sollen mehr direkte Zugänge zum Wasser mit Sitzstufen geschaffen werden. Auf dem „Hafenköppchen“ ist eine großzügige Wiese zum Entspannen vorgesehen, wobei der bestehende kleine Pfad erhalten bleiben soll, um den ursprünglichen Charakter zu bewahren.
Einzigartige Spielplätze und Erhalt alter Bäume
Für Familien ist ein einheitliches Spielplatzkonzept in Arbeit. Geplant sind vier Spielbereiche, die einem gestalterischen roten Faden folgen und auch touristische Anziehungskraft haben sollen. Ein Wasserspielplatz ist als besonderes Highlight vorgesehen.
Großen Wert legen die Planer auf den Erhalt des alten Baumbestands. „Diese alten Bäume sind ein echter Schatz. Schatten ist bei einer Gartenschau unglaublich wichtig und den kann man nicht einfach pflanzen“, betonte Rick Vogel. Jeder Baum werde daher von Gutachtern auf seine Vitalität und Standfestigkeit geprüft. Der Bestand soll erhalten und durch neue Bäume ergänzt werden.
Die Umsetzungsphase mit den ersten Baumaßnahmen soll im Herbst 2026 beginnen. Bis dahin und darüber hinaus sollen regelmäßige Begehungen allen Interessierten Einblicke in die Entwicklung geben. Natürlich wird die Gartenschau auch ihrem Namen gerecht: Prächtige Blumen und Stauden werden die aufwendig gestalteten Wege, Plätze und Aussichtspunkte säumen.
Gemeinschaftsprojekt von Rheinland-Pfalz und Hessen
Von April bis Oktober 2029 ist die Region „UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal“ ein Gemeinschaftsprojekt der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hessen. Die BUGA29 soll die Kulturlandschaft zwischen Burgen, Weinbergen und Rheinterrassen in Szene setzen. „In acht BUGA-Parks werden Gartenwelten und Themengärten zu inspirierenden Erlebnissen, die unterschiedliche Generationen zusammenbringen und verbinden“, heißt es in der Ankündigung auf der Internetseite der Bundesgartenschau 2029 (www.buga2029.de).
Für die BUGA 2029 in Lahnstein ist eine Investitionssumme von 17 Millionen Euro vorgesehen. Insgesamt wird im Oberen Mittelrheintal zwischen Koblenz und Rüdesheim derzeit von Kosten in Höhe von rund 130 Millionen Euro ausgegangen.