Ein dramatischer Zwischenfall auf dem Rhein bei Boppard hat am Samstagabend einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten ausgelöst. Zunächst hieß es, eine Person sei von einem Schiff überfahren worden und werde vermisst.
Gegen 21:24 Uhr gingen bei den Leitstellen mehrere Notrufe ein. Wie die Polizei und die Freiwillige Feuerwehr Spay berichten, wurde eine Person im Wasser bei Rheinkilometer 576 auf Höhe des Campingplatzes Sonneneck gemeldet. Daraufhin startete eine großangelegte Suchaktion.
Suche mit Hubschraubern und Booten
Ein Großaufgebot an Einsatzkräften machte sich umgehend auf die Suche. Beteiligt waren zahlreiche Feuerwehren aus der Region Rhein-Mosel, darunter Spay, Rhens, Braubach und Koblenz. Die Suche wurde sowohl vom Wasser aus mit mehreren Booten als auch an Land durchgeführt. Zusätzlich unterstützten zwei Hubschrauber, der Rettungshubschrauber „Christoph 23“ und der Polizeihubschrauber „Sperber“, den Einsatz aus der Luft.
Wie die Feuerwehr Spay berichtet, ging die erste Meldung über ein im Rhein treibendes Kind ein, welches aber im weiteren Verlauf an Land angetroffen werden konnte. Die Suche konzentrierte sich daraufhin auf einen vermissten erwachsenen Schwimmer.
Von Sog erfasst und selbst gerettet
Die erlösende Nachricht kam gegen 22:35 Uhr: Die vermisste Person wurde von den Einsatzkräften der Feuerwehr gefunden. Wie die Polizei später mitteilte, saß der Mann unverletzt am gegenüberliegenden Ufer bei Rheinkilometer 577.
Ersten Ermittlungen zufolge war der Mann in Ufernähe geschwommen, als er vom Sog eines talwärts fahrenden Frachtschiffes erfasst wurde. Die Strömung zog ihn in die Mitte der Fahrrinne und trieb ihn etwa einen Kilometer weit den Rhein hinab. Von dort aus gelang es ihm, aus eigener Kraft wieder ans Ufer zu schwimmen. Der Einsatz für die Helfer endete gegen 23:45 Uhr.