Die Modekette Adenauer & Co. hat Insolvenz angemeldet. Das berichtet das Nachrichtenportal t-online.de am Montag unter Berufung auf das Magazin „WirtschaftsWoche“. Im Juni 2024 hat das Unternehmen seine Filiale im Gewerbepark Mülheim-Kärlich eröffnet.
Dem Bericht zufolge befinde sich das Unternehmen mit 59 Filialen in Deutschland, Spanien und Österreich in einem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Rund 200 Beschäftigte seien davon betroffen. Die gehobene Freizeitmode wird unter anderem auch in Düsseldorf, Dortmund und Bochum vertrieben.
Gründer spricht von Betrug in der Türkei
Als Grund für die wirtschaftlichen Probleme nannte Gründer Andreas Adenauer, Enkel des früheren Bundeskanzlers, gegenüber der „WirtschaftsWoche“ nicht die Nachfrage nach seinen Produkten. „Unser Problem ist nicht das Produkt. Wir hatten ein Betrugsproblem“, wird er zitiert. Nach der Covid-Pandemie habe das Unternehmen in eine Fertigung in der Türkei investiert, wo später Gelder veruntreut worden seien.
Der Schaden liege im mittleren einstelligen Millionenbereich. Dieses Geld habe am Ende gefehlt, um den laufenden Betrieb der Modekette zu sichern. Den Antrag auf Einleitung eines Eigenverwaltungsverfahrens hatte das Unternehmen bereits am 15. Mai 2026 gestellt. Am 1. August wurde das Verfahren jetzt planmäßig eröffnet.
Zukunft der Marke gilt als gesichert
Die Sanierung wird von der Kanzlei Voigt Salus begleitet. Rechtsanwalt Franz Zilkens äußerte sich zuversichtlich: „Für Adenauer steht der weitere Bestand des Unternehmens an oberster Stelle. Die Marke ist von dem Verfahren nicht betroffen.“ Man sei überzeugt, dass das Unternehmen an frühere Erfolge anknüpfen könne, auch wenn einzelne Standorte nicht erhalten blieben. Nach Informationen des Magazins sollen bereits mehrere Investoren Interesse bekundet haben. Die Sanierungsmaßnahmen sollen Ende Oktober dieses Jahre bereits abgeschlossen sein.