Baugenehmigung für Tayhus-Hotel auf Koblenzer Hochbunker erteilt

Nach dem Bauantrag von Juni 2024: Die Genehmigung für das geplante Hilton-Hotel auf dem Hochbunker in der Koblenzer Altstadt liegt vor. Das ist ein entscheidender Schritt für das Millionenprojekt.

Baugenehmigung für Tayhus-Hotel auf Koblenzer Hochbunker erteilt

Für eines der größten Bauprojekt in der Koblenzer Innenstadt ist ein bedeutender Meilenstein erreicht: Investor Kenan Tayhus hat die Baugenehmigung für sein geplantes Hotel auf dem Hochbunker in der Altstadt erhalten. Den Bauantrag hatte er bereits vor zwei Jahren eingereicht. Auf Anfrage von Merkurist bestätigte die Stadt, dass die Zustimmung nun am 1. September erfolgt ist. Damit ist der offizielle Startschuss für das Vorhaben gefallen, das unter der Flagge der Hilton-Gruppe realisiert werden soll. Die Genehmigung umfasst den Neubau der gesamten Hotelanlage samt Tiefgarage sowie die notwendigen Abbrucharbeiten am Bunker.

Jahrzehntelange Vorgeschichte und heftiger Widerstand

Die Baulücke in der Firmungstraße prägt das Stadtbild bereits seit 2010, nachdem Investor Kenan Tayhus dort ein historisches Barockhaus abreißen ließ. Das Grundstück selbst hatte er vor über 20 Jahren erworben, den nahegelegenen Hochbunker im Jahr 2016 hinzugekauft. Seine Pläne stießen jedoch von Anfang an auf massiven Widerstand: Mit Protesten, Hunderten Einwendungen und mehr als 4.200 Petitionsunterschriften kämpften Anwohner und Bürgerinitiativen hartnäckig für den Erhalt des benachbarten Gartens Herlet. Trotz dieser anhaltenden Kritik ebnete der Stadtrat im Februar 2024 per Mehrheitsbeschluss den Weg für das umstrittene Hotel-Projekt.

Das langjährige Vorhaben sieht den Bau eines Hotels mit rund 300 Betten vor. Geplant sind zwei Gebäudeteile, die sich zwischen der Fußgängerzone an der Firmungstraße und dem Herletweg erstrecken. Verbunden werden sollen die beiden Baukörper durch einen gläsernen Steg, wobei der Garten Herlet inmitten der Hotelanlage erhalten bleiben soll.

Abriss und Bau brauchen noch Zeit

Bevor die Bagger für den Abriss anrollen können, muss der Investor allerdings noch weitere Hürden überwinden. Laut Stadtverwaltung können die Arbeiten erst beginnen, wenn Tayhus zusätzliche Gutachten bei den zuständigen Fachbehörden vorlegt. Dazu gehören unter anderem Untersuchungen zur Schadstoffbelastung, zur Standsicherheit und ökologische Voruntersuchungen. Erst nach der schriftlichen Zustimmung der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord kann der Bunker abgerissen werden.

Gegenüber der Rhein-Zeitung schätzte Tayhus, dass allein der Abriss des Hochbunkers vier bis sechs Monate dauern wird. Die dicken Stahlbetonwände werden bis auf den Boden des zweiten Obergeschosses abgetragen, um darauf das Hotel zu errichten. Bis zur Eröffnung wird es schließlich noch dauern. Von der Genehmigung bis zur Fertigstellung seien dies „locker 30 Monate“.