Pläne für Koblenz: Entsteht neue Klinik bei der Bundeswehr?

Die Zusammenlegung zweier Koblenzer Kliniken könnte nun neben dem Bundeswehr-Krankenhaus erfolgen. Grund dafür sei auch der Ukraine-Krieg. Die Beteiligten halten sich jedoch bedeckt.

Pläne für Koblenz: Entsteht neue Klinik bei der Bundeswehr?

Seit rund zehn Jahren ist geplant, die beiden Krankenhäuser Kemperhof und Evangelisches Stift des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein (GKM) an einem Standort zusammenzulegen. Bisher war dafür ein Neubau direkt neben dem Kemperhof vorgesehen gewesen.

Wie die Rhein-Zeitung nun berichtet, gibt es offenbar Überlegungen für einen neuen Standort der geplanten Koblenzer Riesen-Klinik. Statt neben dem Kemperhof könnte diese in Kooperation mit dem Bundeswehrzentralkrankenhaus (BWZK) entstehen (Merkurist berichtete).

Offenbar habe die veränderte geopolitische Lage, insbesondere der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, zu einem Alternativplan geführt. In einem Nato-Konfliktfall würde das BWZK demnach vorrangig verwundete Soldaten behandeln und hätte weniger Kapazitäten für zivile Patienten. Auch die bundesweite Krankenhausreform, die Doppelstrukturen abbauen soll, spiele bei den Überlegungen eine Rolle.

Beteiligte halten sich bedeckt

Eine Sprecherin der Bundeswehr habe sich auf Anfrage der RZ allerdings bedeckt gehalten. Zu Fragen nach dem möglichen Standort auf dem BWZK-Gelände oder der Art der Kooperation habe es geheißen: „Da es sich um Überlegungen handelt, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nichts hinzuzufügen.“ Zuvor hätten sich laut dem Bericht auch die Stadt Koblenz und das GKM ähnlich geäußert.

Vom GKM und von der Stadt Koblenz sei die Mitteilung gekommen, dass man eng mit allen Kliniken in der Region zusammenarbeite und sich ständig im Austausch befinde.

Eine Sprecherin des Landesgesundheitsministeriums habe hingegen erklärt, dass die Zeit dränge, die notwendigen Schritte im Gemeinschaftsklinikum zu gehen. „Die aktuell avisierte Verteilung von Leistungsgruppen ist ausdrücklich als Chance dazu zu begreifen“, wird die Sprecherin zitiert.