Stadtarchiv Koblenz zieht um: 1.600 Meter Akten verlassen Alte Burg

Das Stadtarchiv von Koblenz zieht im Herbst ins Forum am Zentralplatz. Gesucht wird jetzt ein Umzugsunternehmen, das die Mammut-Aufgabe bewältigen kann.

Stadtarchiv Koblenz zieht um: 1.600 Meter Akten verlassen Alte Burg

Es wird ein gewaltiger Kraftakt – im wörtlichen Sinn – wenn das Archiv der Stadt bald seinen Standort verlagert. Aus der Alten Burg an der Mosel geht es in die Stadtmitte. 1000 laufende Regalmeter Archivgut und 611 Regalmeter wissenschaftliche Bibliothek müssen verpackt, transportiert und am neuen Standort wieder einsortiert werden. Darunter sind 20.000 Bücher, 487 Leitz-Ordner und 76 Regale.

Klingt einfach, ist aber mega-aufwändig. In einer Ausschreibung listet die Stadt die Probleme für den Umzug auf, der von 15. September bis zum 15. Oktober abgewickelt werden soll. So gibt es am bisherigen Standort weder einen Personen- noch einen Lastenaufzug. Nur ein kleiner Einkabinen-Lastenaufzug mit maximal 100 Kilogramm Tragkraft steht zur Verfügung. „Die drei vom Archiv genutzten Stockwerke können ausschließlich über ein Treppenhaus (steinerne Wendeltreppe) betreten werden“, heißt es in der Ausschreibung. Ein Befahren mit Palettenhubwagen sei „nicht möglich“. Klartext: Da wird ziemlich viel Hand- und Fußarbeit der Umzugshelfer nötig sein.

Archivgut-Transport zum Teil in Klimaboxen

Ein Teil der historischen Archivbestände, die bis zum 12. Jahrhundert zurückreichen, müssen zudem in Klimaboxen verpackt transportiert werden. Darunter sind Urkunden, Akten, Amtsbücher. Zum Archivgut gehören aber auch Geldmünzen und kleine Skulpturen.

In einer weiteren Ausschreibung sucht die Stadt ein Spezialunternehmen, das beschädigte Archivmaterialien vor dem Umzug reinigt und von Schimmel befreit. So sei bei der Sichtung des Archivguts bei etwa 180 laufenden Regalmetern mit Zivil- und Personenstandsbüchern „massiver Schimmelbefall“ entdeckt worden. Betroffen sind offenbar auch Einwohnermeldekarten der Stadtteile Arenberg und Rübenach.

Von beiden möglichen Auftragnehmern verlangt die Stadt „absolute Verschwiegenheit“. Sie seien „zur Wahrung des Datengeheimnisses“ verpflichtet und sollen die Akten grundsätzlich nicht öffnen und lesen.