Eine bittere, aber unumgängliche Entscheidung: Die Stadt Lahnstein schließt mit sofortiger Wirkung ihre Stadthalle für alle Veranstaltungen. Wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilt, ist eine aktuelle brandschutztechnische Prüfung der Grund für diesen drastischen Schritt. Der Schutz der Besucher habe oberste Priorität.
Gutachter warnt vor „Gefahr für Leib und Leben“
Die Entscheidung der Stadt beruht auf der Einschätzung eines Brandschutzgutachters vom vergangenen Montag. Der Experte habe unmissverständlich klargemacht, dass eine umgehende Schließung dringend notwendig sei, um „jegliche Gefahr für Leib und Leben konsequent abzuwenden“, heißt es in der Mitteilung.
Konkret entsprechen verschiedene Bereiche der Lüftungs- und Gebäudetechnik nicht mehr den heutigen Anforderungen an den Brandschutz. Im Falle eines Feuers wäre dadurch eine unkontrollierte Ausbreitung von Rauch möglich. Die festgestellten Mängel sind so umfassend, dass einzelne Reparaturen nicht ausreichen.
Alle Veranstaltungen abgesagt
Mit der Schließung müssen sämtliche Veranstaltungen und Vermietungen ab Juli abgesagt werden. Die Stadtverwaltung bedauert die Folgen für Vereine, Künstler und Veranstalter und hat bereits damit begonnen, die Betroffenen zu informieren und nach alternativen Veranstaltungsorten zu suchen.
Die Situation wird dadurch erschwert, dass einige technische Anlagen der Stadthalle ohnehin veraltet sind und mittelfristig Investitionen erfordert hätten. Diese Aspekte müssen nun in die Überlegungen zur Zukunft des Gebäudes einfließen. Aktuell kann die Stadt noch keine Aussage über den Umfang der nötigen Sanierungen, die Kosten oder einen möglichen Zeitplan machen.
Erhalt der Halle ist oberstes Ziel
„Erhalt und Nutzung der Stadthalle sind unser oberstes Ziel. Sie ist der Mittelpunkt des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens unserer Stadt“, betont Bürgermeister Johannes Lauer, der derzeit Oberbürgermeister Lennart Siefert vertritt. Er fügt hinzu: „Gleichzeitig lässt der Umfang der festgestellten sicherheitsrelevanten Mängel derzeit keine verantwortbare Nutzung der Stadthalle zu.“
Das Bauamt bereitet nun Planungsaufträge vor, um mögliche Sanierungsmaßnahmen zu prüfen. Alle Arbeiten müssen dabei eng mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden. Die endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen die zuständigen politischen Gremien. Sobald es verlässliche Erkenntnisse gibt, will die Stadt die Öffentlichkeit informieren.