Wer in Rheinland-Pfalz mit dem Zug unterwegs ist, braucht in diesem Jahr vor allem eines: Geduld. Der Schienennetzbetreiber DB InfraGO hat umfangreiche Bauarbeiten angekündigt, die ab Frühjahr und Sommer 2026 den Bahnverkehr im Norden des Bundeslandes stark beeinträchtigen werden. Das teilte der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord mit.
Viele Regionen betroffen – teils monatelange Sperrungen
Besonders betroffen ist das Ahrtal: Für den Ausbau eines zweiten Gleises wird die Strecke zwischen Remagen und Ahrbrück wiederholt gesperrt, zunächst nachts bis Ende Juni, anschließend sogar komplett vom 28. Juni bis 13. Juli. Die Linien RB 30 und RB 32 fallen in dieser Zeit vollständig aus.
Auch im Hunsrück kommt es zu Einschränkungen: Wegen Bauarbeiten an einem Bahnübergang wird die Strecke Boppard–Emmelshausen im Juli für eine Woche voll gesperrt. Die RB 37 entfällt.
Im Westerwald müssen sich Fahrgäste gleich auf mehrere Bauphasen einstellen. Zwischen Limburg und Westerburg verkehren wegen eines neuen Bahnsteigs in Hadamar wochenlang Busse statt Züge. Hinzu kommen Sperrungen auf der Unterwesterwaldbahn – teils an Wochenenden, teils durchgehend über zwei Wochen im August. Betroffen sind unter anderem die Linien RB 90 und RB 29.
Ersatzverkehr, Umleitungen und lange Bauphasen
Auf der linken Rheinstrecke südlich von Koblenz wird bis Ende April vor allem nachts und an Wochenenden gebaut. Zusätzlich sorgen Arbeiten im Kammerecktunnel zwischen St. Goar und Oberwesel für weitere Sperrungen bis Juli, mit Auswirkungen auf mehrere Regionalexpress- und Regionalbahnlinien.
Eine der größten Maßnahmen steht auf der rechten Rheinstrecke an: Zwischen Troisdorf und Wiesbaden wird die Strecke von Juli bis Dezember umfassend saniert. Mehrere Abschnitte sind dabei komplett gesperrt, ein groß angelegter Ersatzverkehr mit Bussen soll den Zugverkehr ersetzen.
Immerhin gibt es auch eine Entlastung: Die ursprünglich geplante Sperrung der Pellenzstrecke zwischen Andernach und Mendig wurde abgesagt.
Fazit: 2026 wird für Bahnreisende in Rheinland-Pfalz zum echten Belastungstest. Wer regelmäßig pendelt, sollte mehr Zeit einplanen, Alternativen prüfen und sich vor jeder Fahrt genau über aktuelle Baustellen informieren.