Die Stadt Koblenz und die Weinbaugemeinde Winningen besiegeln am Freitag (21. August) einen Flächentausch. Wie die Stadt Koblenz mitteilt, wird der sogenannte Gebietsänderungsvertrag unterzeichnet, weil eine Änderung im Weinbezeichnungsrecht dies notwendig macht.
Hintergrund ist eine Reform des deutschen Weinrechts. Ab dem Jahrgang 2026 muss bei Weinen aus einer Einzellage auch der Name der Gemeinde oder des Ortsteils auf dem Etikett stehen. Dies wird für die renommierte Weinlage „Winninger Röttgen“ zum Problem, da rund die Hälfte davon bisher auf Koblenzer Stadtgebiet im Stadtteil Güls liegt.
Ohne eine Grenzänderung müsste der Wein von diesen Flächen künftig als „Koblenzer Röttgen“ oder „Gülser Röttgen“ verkauft werden. Um eine einheitliche Vermarktung unter dem bekannten Namen „Winninger Röttgen“ weiterhin zu ermöglichen, haben sich die beiden Kommunen auf den Tausch geeinigt.
So verläuft die neue Grenze
Der Teil der Weinlage Röttgen, der bislang zu Koblenz-Güls gehört, wird aus dem Koblenzer Stadtgebiet ausgegliedert und der Gemeinde Winningen zugeschlagen. Im Gegenzug erhält Koblenz eine landwirtschaftliche Fläche von Winninger Gebiet, die nahe dem Koblenzer Stadtteil Güls-Bisholder liegt. Laut Vertragsentwurf gibt Koblenz eine Fläche von knapp 8,2 Hektar ab und erhält dafür eine Fläche von rund 8,3 Hektar.
Die neue Grenzziehung wurde detailliert abgestimmt. So wechselt auch ein 55 Quadratmeter großes Grundstück mit einer Sitzbank nach Winningen, da diese Teil eines Winninger Weinpfades ist. Damit ist die Zuständigkeit für die Instandhaltung geklärt.
Langer Prozess bis zur Unterschrift
Dem Flächentausch mussten mehrere Gremien zustimmen, da sich nicht nur die Grenze zwischen Koblenz und Winningen ändert, sondern auch die zwischen der kreisfreien Stadt Koblenz und dem Landkreis Mayen-Koblenz sowie die der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel. Die Räte von Winningen, Koblenz, der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel und des Kreistags Mayen-Koblenz haben dem Vorhaben bereits zugestimmt.
Am Freitag unterzeichnen nun der Koblenzer Oberbürgermeister David Langner und der Winninger Ortsbürgermeister Achim Reick den Vertrag. Auch Landrat Marko Boos und die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde, Kathrin Laymann, werden das Dokument unterzeichnen. Rechtskräftig wird der Tausch damit aber noch nicht. Der Vertrag muss noch von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier genehmigt werden. Die Änderung tritt erst am Tag nach der Bekanntmachung dieser Genehmigung in Kraft.