Klimawandel: So will sich Koblenz gegen Hitze und Starkregen wappnen

Die Zahl der Hitzetage in Koblenz könnte sich verdreifachen. Nun plant die Stadt mit Sonnensegeln, Wassernebel und mehr Trinkbrunnen gegen die Folgen des Klimawandels anzukämpfen.

Klimawandel: So will sich Koblenz gegen Hitze und Starkregen wappnen

In Koblenz könnte es in den nächsten Jahren einen deutlichen Anstieg der Jahresmitteltemperatur, bis zu 30 mehr Hitzetage und eine Verdreifachung der Niederschlagsmenge geben. Das geht aus dem Klimaanpassungskonzept hervor, das dem Stadtrat vorliegt.

Danach könnte der Klimawandel drastische Auswirkungen für unsere Stadt bringen. „Das Klima in Koblenz wird wärmer, die Sommer werden trockener und die Niederschläge verschieben sich zunehmend in die Wintermonate“, heißt es in einer Vorlage für den Stadtrat. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Koblenz könnte im Extremfall in den nächsten 75 Jahren statt um 1,9 Grad Celsius um bis zu 4,5 Grad steigen. Die Zahl der Hitzetage würde demnach statt um acht um bis zu 30 Tage zulegen und der mittlere Jahresniederschlag würde im schlimmsten Fall nicht nur um 30 Millimeter, sondern um bis zu 100 Millimeter steigen.

Diese Stadtteile sind besonders betroffen

Hitze und Starkregen seien „als zentrale Handlungsfelder der Klimaanpassungsstrategie identifiziert“, heißt es in dem Papier. Von Hitze besonders betroffen sind demnach die Stadtteile Altstadt, Lützel, Rauental, Mitte, Metternich, Goldgrube, Kesselheim sowie flächige Wohngebiete unter anderem in Güls, Lay, Neuendorf und Horchheim. Starkregen bedroht vor allem die Altstadt, Bubenheim, Ehrenbreitstein, die Goldgrube, Metternich, Rübenach, Stolzenfels und Lützel.

Die Stadtverwaltung schlägt sieben Maßnahmen vor, um die Bürger kurzfristig gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen. Zentrale Ziele seien dabei „die Minimierung der Hitzebelastung, die Sicherung und Steigerung der Aufenthaltsqualität sowie ein ganzheitlicher, nachhaltiger Umgang mit zunehmenden Extremwetterereignissen“.

Sonnensegel, Wassernebel und mehr Grünflächen

So sollen Verschattungselemente wie Sonnensegel, mobile Schirme oder begrünte Pergolen an Schulhöfen, Spielplätzen oder Wartezonen aufgebaut werden. An ausgewählten Hitzeschwerpunkten wie dem Zentralplatz soll es Verneblungsanlagen geben. Sie erzeugen einen feinen Wassernebel, der für Abkühlung sorgt. Außerdem will die Verwaltung mehr kostenfreie und leicht zugängliche Trinkwasserbrunnen installieren. Öffentliche Plätze wie das Löhrrondell oder der Kirmesplatz in Metternich sollen so umgestaltet werden, dass sie mehr Schatten, Grün und Abkühlung bieten. An städtischen Gebäuden könnten zudem die Fassaden oder Dächer begrünt und zusätzliche Solaranlagen installiert werden. Außerdem will die Stadt mehr Regenwasser speichern und es zum Beispiel zur Bewässerung öffentlicher Grünflächen nutzen. Das sei bereits am Koblenzer Schloss geplant.

Preiswert ist die Umsetzung der geplanten Maßnahmen nicht. Für das Klimaanpassungsmanagement fallen in drei Jahren 249.000 Euro Personalkosten an. Für den zusätzlichen Einsatz externer Dienstleister an maximal fünf Tagen pro Jahr müsse die Stadt mit einem Tagessatz von 1.000 Euro rechnen. Sämtliche Personalkosten könnten jedoch zu 90 Prozent gefördert werden.